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Mönchengladbach
Stadt sucht dringend Inspektoren

Mönchengladbach. Viele Kranke und unbesetzte Stellen: Der Personalrat der Stadt schlägt Alarm. Von Dieter Weber

Der Krankenstand liegt mit sieben Prozent vergleichsweise hoch. Mehr als 160 Stellen sind unbesetzt. Und die Folgen der Flüchtlingskrise setzen den städtischen Mitarbeitern dermaßen zu, dass sie an der Grenze der Belastbarkeit sind. Davon berichtet der Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung, Peter Heller. Bei der jüngsten Personalversammlung, an der mehr als 600 der 3500 Beschäftigten der Stadt teilnahmen, herrschte - so Heller - deswegen teilweise große Unruhe.

"Mittlerweile haben Verwaltungsspitze und Politiker eingesehen, dass man bei der Stadtverwaltung nicht weiter Personal einsparen darf. Man will umsteuern. Aber es ist für die klassischen Verwaltungsaufgaben mittlerweile schwierig, geeignete Kräfte zu bekommen. Der Markt ist leer gefegt", berichtet Heller. So habe die Verwaltungsspitze jüngst versucht, fünf InspektorAnwärter zusätzlich auszubilden. Doch es sei nicht gelungen, für sie freie Plätze bei der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung zu bekommen. Heller: "Denn diese Probleme haben andere Kommunen auch. Die Ausbildungsplätze sind derzeit alle belegt."

"Total überfordert" seien Kollegen, die sich um die Versorgung von Flüchtlingen kümmern würden, sagt Heller. Obwohl die Stadt einen guten Job mache, sei die Lage "katastrophal". "Alle bemühen sich, arbeiten bis zum Anschlag. Doch im Verwaltungsgebäude Oberstadt ist die Situation mitunter chaotisch. Das Gebäude ist für die Aufgaben nicht ausgerichtet, es fehlt an Personal", sagt Heller. Und die Probleme würden weiter zunehmen. Heller: "Für die Integration brauchen wir weitere Kräfte in Kindergärten und Schulen." Aber es gibt auch positive Erfahrungen: Auf die 52 Stellen, die ab Sommer mit Asylbewerber-Betreuern im JHQ besetzt werden, meldeten sich bereits rund 100 Bewerber. Hier arbeitet die Stadt im Auftrag für das Land, die Kräfte werden auch vom Land NRW bezahlt.

Unzufriedenheit herrscht auch bei den Mitarbeitern der städtischen IT-Abteilung. Die politische Mehrheit hat entschieden, dass über einen Beitritt der Stadt in den Zweckverband ITK-Rheinland verhandelt wird. Von dem lassen Düsseldorf und die Kommunen im Rhein-Kreis-Neuss ihre Informationstechnologie betreuen. Ein Gutachten empfiehlt der Stadt diesen Schritt, weil sie bis 2020 zwei Millionen Euro sparen und sich strategisch besser für die Zukunft rüsten könnte. Mehr als 60 städtische Mitarbeiter müssten dann in Neuss arbeiten. Heller. "Das sieht der Personalrat sehr kritisch."

Quelle: RP
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