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Mönchengladbach
Stadt will Flüchtlingskinder in Kitas integrieren

Mönchengladbach. Bisher machen nur wenige Familie von Betreuungsangeboten Gebrauch. Neue Eltern-Kind-Gruppen sollen das ändern.

Rund 300 Flüchtlingskinder unter sechs Jahren leben aktuell in Mönchengladbach. In eine städtische Kita gehen nur 69, also nicht einmal jedes vierte Kind. Das hat wohl mehrere Gründe: In vielen Ländern, aus denen die Familien nach Deutschland gekommen sind, gibt es kein vergleichbares staatliches Betreuungsangebot für Kleinkinder. Die Vorstellung - erst recht noch ihre möglicherweise durch die Erlebnisse traumatisierten Kinder - zeitweilig abzugeben, ist vielen Eltern fremd. Die Stadt wiederum sieht gerade die Kleinkinder als wichtigen Anker, damit die Integration der Familien schnell gelingt. Darum will sie alleine in diesem Jahr noch 14 Spiel- und 18 Eltern-Kind-Gruppen im Stadtgebiet aufbauen und dafür rund 700 000 Euro ausgeben.

Die Eltern-Kind-Gruppen, die in Familienzentren vor allem eingerichtet werden sollen, sind als Anlaufstelle für Eltern mit ihren Kindern ab vier Monaten gedacht. Die Gruppen werden an maximal drei Tagen über je drei Stunden angeboten werden. Die Pädagogen beraten Eltern bei der Erziehung, Bildung, Betreuung und Versorgung ihrer Kinder. Die Stadt hofft, die nach Gladbach geflüchteten Eltern auf diese Weise auch mit den in Deutschland gängigen Formen zu Erziehung und Betreuung vertraut machen zu können. Die Spielgruppen besuchen Kinder ab einem Jahr ohne ihre Eltern. Sie werden je nach Bedarf der Eltern zwei- bis fünfmal wöchentlich für drei bis vier Stunden angeboten. Diese Form der Betreuung ist vor allem für jene Asylbewerber gedacht, die für Fortbildungen und Umschulungen vorgesehen sind. Auf ihre Angebote will die Stadt die Asylbewerber in den Flüchtlingsunterkünften aufmerksam machen. Das geschieht im Rahmen des Projekts "Mobil gemeinsam lernen international". Wie viele Kinder aus Flüchtlingsfamilien die Stadt insgesamt zu betreuen haben wird, ist aus mehreren Gründen schwer kalkulierbar. Es ist kaum seriös zu schätzen, wie viele Asylbewerber 2016 nach Mönchengladbach kommen werden. Zudem ist unklar, wie viele in ihre Heimat zurückkehren werden und wie sich die Erstaufnahmeeinrichtung im JHQ auf das städtische Kontingent auswirken wird.

(jüma)
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