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Grabeskirche St. Josef
Großes Interesse an der Eröffnung des Trostraums

Mönchengladbach. Der Gedanke an die Endlichkeit des Lebens war zur Eröffnung des Trostraums St. Josef allgegenwärtig. Und doch prägten neugierige Gelassenheit, überraschtes Staunen, ja Freude die Feier an der neuen Grabeskirche an der Kepler Straße. Nach dem Gottesdienst in St. Marien waren die Kirchgänger in einer Prozession zur "Juppekerk" gezogen oder mit dem Bus gefahren. Hier wurden sie von vielen Besuchern an dekorierten Tischen erwartet. "Wir wollen auf den Stufen des Trostraumes der Grabeskirche St. Josef den Schlusssegen empfangen", betonte Pfarrer Klaus Hurtz die Verbindung von Eucharistiefeier und Eröffnung.

Der Mönchengladbacher Architekt Burkhard Schrammen, verantwortlich für den Umbau der Kirche, war überwältig von der Teilnahme. Er dankte allen, die am "mühsamen Weg" zur Umwandlung des Sakralbaus beteiligt waren, allen voran Pfarrer Klaus Hurtz als verständigen Ansprechpartner. Die Stufen zur Kirche seien der angemessene Standort für die Ansprachen, denn sie befänden sich auf einer Achse mit dem Allerheiligsten, befand der Architekt. Die neue Haupttreppe sei nicht nur barrierefrei, sondern auch ein Ort des Verweilens, der zum Kommunizieren einlade und Raum gebe, Trauernde tröstend in den Arm zu nehmen. "Die Kirche begeistert, da sie so viel Lichteinfall ermöglicht, und wir haben es so umgesetzt, dass die Fenster und das Licht den Raum mit bestimmen", sagte Schrammen.

"Die Toten kehren in die Städte zurück, nachdem sie lange Zeit an den Rand gerückt wurden", stellte Bundestagsabgeordneter Günter Krings fest. Er empfahl die Grabeskirche als Ort der Begegnung mit den Verstorbenen und deren Lebensgeschichten und forderte: "Es wäre schön, wenn nicht nur die Verstorbenen Leben in die Kirche bringen, sondern auch wir Lebenden".

Pfarrer Hurtz war von der freudigen Ungeduld getrieben, den Trostraum endlich mit allen, die gekommen waren, zu betreten. "Hier darf man schauen, staunen und beglückt sein. Wir sind alle eingeladen vom lieben Gott", versprach er mit Hinweis auf die angebotene leibliche Stärkung mit Bratwürsten und Eis. Beides wurde im lebhaften Miteinander unter blauem Himmel gekostet. Es wurde auch über den Tod gesprochen. Bereits vor der Eröffnung war da und dort von Besuchern zu hören gewesen, dass sie sich für eine Ruhestätte in der Grabeskirche entschieden hätten. Beim näheren Kennenlernen des Gebäudes mochte es manchen ergangen sein wie Hurtz. Der Geistliche stellte für sich fest: "Was mir so gut gefällt, ist, dass hier die Heiterkeit im Tod gezeigt wird - und das ist sehr tröstlich!" ANGELA WILMS-ADRIANS

Quelle: RP
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