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Demonstration
"One Billion Rising" gegen Gewalt an Frauen

Mönchengladbach. Wer am Sonntag durch die Mönchengladbacher bummelte, wurde Zeuge einer überraschenden Aktion. Vermeintliche Passanten wurden zu Tänzern, es gab einen sogenannten Flashmob mitten in der Fußgängerzone. Grund für diese Tanzeinlage war die weltweite Aktion "One Billion Rising", die sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen richtet. Constanze Schulte (29), Tanzpädagogin und Mitorganisatorin in Mönchengladbach, kennt die Hintergründe: "Jede dritte Frau erfährt einmal in ihrem Leben Gewalt.

Hochgerechnet auf die Weltbevölkerung ergibt das eine Milliarde, so entstand der Name der Aktion." Vor drei Monaten begannen die Proben für den Tanz, der am Valentinstag weltweit in ähnlichen Aktionen zu dem offiziellen Lied "Break the chain" getanzt wird. In Deutschland sind rund 190 Städte beteiligt. "Eine Demonstration mit dem Medium Tanz spricht mich einfach an", erzählt Constanze Schulte begeistert.

"Man spürt so viel Solidarität zwischen den Anwesenden. Alle kommen zusammen: Frauen die Opfer von Gewalt geworden sind, Frauen, die noch nie betroffen waren und natürlich auch Männer, die ein Zeichen setzen wollen." Die Choreographie zu dem offiziellen Tanz wurde in Tanztreffs einstudiert, zusätzlich konnte mit Hilfe von Videos im Internet geübt werden. "Wir haben eine unkomplizierte Gladbacher Version entwickelt, damit jeder ohne Schwierigkeiten mitmachen kann", erzählt die Tanzpädagogin.

Gabriele Blum (63) ist eine Zuschauerin, die zwar die Choreographie nicht beherrscht, aber trotzdem im Takt der Musik mitschwingt. "Gewalt ist immer schlimm, egal, gegen wen sie sich richtet", sagt die Rheydterin überzeugt. "Wenn ich von solchen Aktionen erfahre, versuche ich immer hinzugehen, um die Sache zu unterstützen." Die Veranstaltung wird auch von der Mönchengladbacher Gleichstellungsbeauftragten Monika Hensen-Busch unterstützt.

"Wir freuen uns sehr über die Teilnehmerzahl. Im vergangenen Jahr haben 50 mitgetanzt, jetzt waren es schon 200!" Besonders gut gefällt ihr die Form der Aktion. "Es ist etwas anderes, wenn so eine Sache von engagierten Bürgern auf die Beine gestellt wird. Für mich persönlich ist das die passendste Umsetzung für so ein Thema." Constanze Schulte stimmt ihr zu: "Wir wollten keinen traurigen Demonstrationszug durch die Stadt machen.

Mit Tanz können wir zeigen, wie stark wir sind." (dge)

Quelle: RP
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