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St. Martin
Speicker feiern mit Flüchtlingen und neuem Martinskostüm

Mönchengladbach. Zum Martinsfest gehören der heiße Kakao für die Kleinen und der Glühwein für die Großen genauso dazu wie die bunten Laternen und das "Rabimmel Rabammel Rabumm". Wenn die Außentemperaturen jedoch eher frühlingshaft, wenn nicht gar sommerlich anmuten, wird es selbst für den erprobtesten Heißgetränke-Fan schwierig.

So geschehen beim Martinszug des St. Martinsvereins aus Speick. Zweitmalig stattgefunden nach der Abspaltung der James-Kruess-Schule fanden viele Menschen den Weg auf den Schulhof, um mit farbenfrohen, kreativen Fackeln und fleißig auswendig gelernten St. Martinsliedern durch den Ortsteil zu ziehen.

Wichtigster Mann: der St. Martin. Diesjährig neu mit schillernder Rüstung und langem rotem Mantel gewandet.

Strahlende Augen fanden sich insbesondere bei einer Hand voll Zugteilnehmern. Aus den Mönchengladbacher Landen von einigen Freiwilligen abgeholt zogen auch Menschen mit, die Rüstungen auf eine ganz andere Weise kennen lernen mussten. Flüchtlinge aus kriegszerrütteten Gebieten dieser Erde, die Unterkunft in Mönchengladbach fanden, zogen mit Laterne und Fackelstab ausgestattet mit und freuten sich, als der für sie eher fremd wirkende Mann mit dem Mantel ihnen Martinstüten überreichte.

Wie wichtig die Geschichte des St. Martins ist, zeigte ein Ereignis am Rande des Martinszuges im Speick.

Bernhard Hein, der die Rolle des armen Mannes inne hatte, hörte wie ein drei- oder vierjähriges Kind seine Mutter fragte, was er denn für ein Mensch sei. Die Mutter erklärte: Das ist der arme Mann, der hat Hunger und Durst. Und gleich kommt der St. Martin und gibt ihm die Hälfte seines Mantels ab." Das Kind zögerte nicht lange, ging zu Bernhard Hein und gab ihm sein angeknabbertes Brötchen mit den Worten: "Damit Du keinen Hunger mehr hast. Und vielleicht hat St. Martin nicht nur ein Stück Mantel für Dich, sondern auch etwas zu trinken."

(gap)
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