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Kreisjägerschaft
Zwei Rehkitze vor Mähdrescher gerettet

Kreisjägerschaft: Zwei Rehkitze vor Mähdrescher gerettet
Jungtiere werden von der Rehmutter oft in der Wiesenmitte versteckt. Dieses Rehkitz wurde vor dem Mähbalken gerettet. FOTO: Kreisjägerschaft
Mönchengladbach. Zwei Rehkitze sind auf einer Wiese am Karl-Arnz-Weg in Wickrath vor dem Tod durch den Mähbalken gerettet worden. Ihre Mütter hatten die Jungtiere in kniehohem Gras abgelegt, um sie vor Feinden zu schützen.

Mathias Siegers, Landwirt auf dem Günhoverhof, informierte das Jagdpächter-Ehepaar über das bevorstehende Mähen. So konnte der Maschinenführer, der ein Rehkitz vom Traktor aus entdeckt und in den Wald getragen hatte, durch vier Jäger und den Jagdhund Carson unterstützt werden.

Die Parzelle wurde intensiv abgesucht. Tatsächlich wurde dabei ein zweites Rehkitz gefunden, das erst zwei bis drei Tage alt war. Es wurde vom Jagdpächter zum Wald gebracht. Spaziergänger schauten zu, zwei Jungen stellten neugierig Fragen. "Wichtig ist es, solche Kitze nicht zu streicheln oder gar nach Hause mitzunehmen. Die Rehmütter holen ihre ,umgesiedelten' Rehkinder nach einiger Zeit nämlich wieder ab", informiert Dirk J. Brauner von der Kreisjägerschaft.

Laut Kreisjägerschaft kommen bei landwirtschaftlichen Erntearbeiten immer wieder Rehkitze ums Leben. "Dabei kann man den Landwirten keinen Vorwurf machen, denn sie sehen die Tiere auf den heutigen schnellen Erntemaschinen gar nicht", sagt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Mönchengladbach Franz-Josef Friedrich. Der Landesjagdverband NRW hat daher zusammen mit der Landwirtschaftskammer Rheinland und verschiedenen Landmaschinenherstellern ein Ernteverfahren aus England aufgegriffen. Kernpunkt dieses Verfahrens ist, dass die Wildtiere sich bei konventioneller Ernteweise,

zum Beispiel beim Mähen einer Wiese, vor dem Erntefahrzeug in Richtung Wiesenmitte flüchten. Ebenso finden sich in der Wiesenmitte vielfach die von der Rehmutter abgelegten Jungtiere, die keinen Fluchtinstinkt besitzen. Wird zum Schluss diese Mitte gemäht, so werden die Jungtiere Opfer des Mähwerkes.

Bei dem neuen Verfahren wird von der Wiesenmitte aus kreisförmig nach außen gemäht. Wildtiere erhalten so die Möglichkeit, auf benachbarte Grundstücke zu flüchten. Friedrich: "Ich hoffe, dass in den kommenden Wochen viele Landwirte auf dieses einfache und nicht zeitaufwändigere Verfahren umsteigen. Diese speziellen Fahrweisen geben auch Feldhasen, Rebhühnern, Fasanen und kleineren Wiesenbrütern die Chance, sich in Sicherheit zu bringen."

Als vorbeugende Maßnahmen bittet die Kreisjägerschaft die Landwirte, frühzeitig die Revierpächter über die Mähtermine zu informieren. Nur dann können vorbeugende Maßnahmen wie das Aufstellen von Wildscheuchen, das Verstänkern gern aufgesuchter Flächen oder das zweimalige Absuchen der Flächen kurz vor der Mahd erfolgen.

(gap/sno)
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