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Mönchengladbach
Stadtkontrolleure gegen Schrottimmobilien

Mönchengladbach: Stadtkontrolleure gegen Schrottimmobilien
Schimmel und Feuchtigkeit in Wohnungen sind die häufigsten Gründe für die städtische "Wohnungspolizei", zur Kontrolle auszurücken. Wenn die Mängel nicht beseitigt werden, droht ein Bußgeld. FOTO: Jazyk
Mönchengladbach. Mönchengladbach zählt zu den Spitzenreitern im Land, was die Kontrolle von Mietwohnungen angeht. Alleine in diesem Jahr wurden 230 Objekte überprüft. Werden Mängel nicht beseitigt, drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Von Gabi Peters

Seit gut anderthalb Jahren gibt es das Wohnungsaufsichtsgesetz. Das räumt Kommunen mehr Handhaben ein, gegen Hausbesitzer vorzugehen, die Wohnungen mit baulichen oder hygienischen Mängeln vermieten. Sie können Bußgelder bis zu 50.000 Euro verhängen und Immobilien sogar für unbewohnbar erklären. 230 Objekte haben die städtischen Wohnungskontrolleure in diesem Jahr überprüft. Und mit dieser Zahl nimmt Mönchengladbach in NRW einen Spitzenplatz ein.

Zwei Mitarbeiter aus dem Wohnungsamt sind für die Kontrollen abgestellt. Die "Wohnungspolizisten" überprüfen Sozialwohnungen genauso wie frei finanzierte Immobilien. Die mit Abstand am häufigsten gemeldeten Schäden: Schimmel und Feuchtigkeit. Wie Stadtsprecher Wolfgang Speen mitteilt, seien in diesem Jahr noch keine Bußgelder verhängt worden. Zwar hätten die Kontrolleure Schäden und Mängel vorgefunden. In der Regel seien Mieter bzw. Vermieter aber sofort einsichtig und bereit, für umgehende Abhilfe zu sorgen. Wer für die Beseitigung der Mängel zuständig ist, klären die Wohnungspolizisten nicht. "Darüber müssen sich Mieter und Vermieter einigen", sagt Speen.

Beispiel Schimmelbildung: Gibt es einen nicht korrekt beseitigten Wasserschaden oder ist das Haus mangelhaft isoliert, muss der Besitzer handeln. Wurde nicht ausreichend gelüftet oder geheizt, liegt es am Mieter. Die Erfahrung der Stadt: "In zwei Drittel aller Fälle liegt es am Mieter", berichtet Speen. Und auch diese Erfahrung haben die Stadtkontrolleure gemacht: Seitdem Bußgelder und Schließungen drohen, handeln Vermieter und Mieter umgehend.

Für unbewohnbar musste in diesem Jahr kein Gebäude erklärt werden. Anders sah das in 2014 aus, als die Stadt ein Haus an der Wilhelm-Strauß-Straße/Ecke Limitenstraße räumen ließ. Bei einer Besichtigung waren Elektroinstallationen gefunden worden, die so gefährlich waren, dass der komplette Komplex evakuiert werden musste. Dazu kamen Wasserschäden, Schimmel und herabfallender Putz. Die Stadt ging in Ersatzvornahme, kaufte das Haus mit den schwierigen Eigentumsverhältnissen, um es anschließend an einen Investor zu veräußern, der versicherte, die Immobilie zu sanieren. "Wir mussten so handeln, weil das Haus an einer so exponierten Stelle liegt und damals einen echten Schandfleck darstellte", sagt der Stadtsprecher. Die inzwischen erfolgte Sanierung der Immobilie hätte einen echten Vorbildcharakter gehabt. Dank der Fördermittel im Fassadenprogramm seien mittlerweile 17 Häuser rund um den Rheydter Markt saniert worden. Speen: "Die Stadt kümmert sich um lebensgerechten Wohnraum."

Quelle: RP
 
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