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Sommerbrauchtum
Fest am Dicken Turm: Die Schützensaison startet

Mönchengladbach. Jedes Brauchtum braucht einen Ort, an dem es zuhause ist. Die Karnevalisten nennen das Alte Zeughaus ihre Heimstätte. Die Schützen im Bezirksverband Mönchengladbach, Rheydt, Korschenbroich haben eine solche im Dicken Turm gefunden. Als sich dort nun zum Auftakt in die Schützensaison die Majestäten fast aller Buderschaften und Schützenvereine trafen, stellte Horst Thoren die Umbaupläne für den Dicken Turm vor.

"Wir möchten die mittlere Ebene neu gestalten und den Dicken Turm zu einem Schützenmuseum umgestalten", sagte der Bezirksbundesmeister. Das ist gar nicht so einfach, denn der Turm ist als Teil der ehemaligen Stadtbefestigung entsprechend alt. Die Kosten liegen bei rund 150.000 Euro. "Man muss vor allem für ein passendes Klima und die richtige Beleuchtung sorgen", erklärte Thoren. Damit alles funktioniert, hat Architekt Tom Bolzen die Planung übernommen, die später von der Jessen Baugesellschaft realisiert werden soll.

"Noch in diesem Monat beginnen die Arbeiten. Ende des Jahres möchten wir fertig sein", hofft der Schützenchef. Gefördert wird das Bauvorhaben vom Landschaftsverband Rheinland. Die Öffentlichkeit wird von der Renovierung nicht viel mitbekommen. Die Hauptarbeit findet hinter den dicken Mauern statt. Ist einmal alles fertig, werden die Mönchengladbacher Schützen jedoch ein echtes Schmuckstück haben. Was genau in dem Museum zu sehen sein soll, davon hat Horst Thoren genaue Vorstellungen.

"Wir werden Vitrinen einbauen, in denen wir in wechselnden Ausstellungen historische Dinge zeigen werden, die in den Bruderschaften vorhanden sind", kündigte er an. Beim Fest am Dicken Turm hatte traditionell die obere Ebene des Rundlings geöffnet und präsentierte bereits ein kleines Museum. Extra für das Fest waren dort aber nicht nur die Umbaupläne zu sehen. Auch historische Berichte und Fotos über die drei Bundesfeste, die bereits in Mönchengladbach stattgefunden haben, waren ausgestellt.

Horst Thoren konnte stolz verkünden, dass es 2021 nach dann 35 Jahren wieder ein Bundesfest in Mönchengladbach geben wird. Eine von Willi Kempers und Klaus Cörstges organisierte Ausstellung zeigte beim Fest am Dicken Turm, was in anderen Städten so alles zu einem richtigen Schützenfest dazugehört. So kennt man den Begriff "Kirmes" in ganz Deutschland. In Hannover ist die "Lüttge Lage", ein spezielles Getränk, das auf besondere Weise getrunken wird, unverzichtbar.

In Aachen gibt es das Printenschießen und in Neuwerk Puspas, ein Kompott aus Äpfeln, Birnen und Pflaumen zur Spätkirmes. In Lürbke hingegen isst man Spiegeleier und in Merkstein begeben sich die Schützen auf den Brezelgang. In Mönchengladbach mag man lieber Altbier von Bolten. Die Brauerei ist der neue Biersponsor des Bezirksverbands. Christian Lingen

Quelle: RP
 
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