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Mönchengladbach
Warum durften Schützen nicht in der Kirche feiern? Pfarrer schweigt

Mönchengladbach: Warum durften Schützen nicht in der Kirche feiern? Pfarrer schweigt
Die Schützenbruderschaft St. Paul Mülfort, hier beim Festumzug, hat Ärger mit der Kirche. FOTO: ISA
Mönchengladbach. Hans-Dieter Möller ist außer sich. Der Streit zwischen der Schützenbruderschaft St. Paul Mülfort und Pfarrer Guido Fluthgraf, der bereits länger schwelte, ist eskaliert. Pfarrer Fluthgraf habe, so der Vorwurf, die Eucharistiefeier, die traditionell immer am Kirmeswochende in der Pfarrkirche St. Paul gefeiert wurde, untersagt. Von Inge Schnettler

"Er hat uns lediglich einen Wortgottesdienst gestattet", sagt Hans-Dieter Möller, seit 39 Jahren erster Brudermeister der Mülforter Schützen.

Schon kurz nach der Krönungsmesse im Januar habe Pfarrer Fluthgraf mitgeteilt, zukünftig werde es keine Schützenmessen mehr in der Kirche geben, so Möller. "Eine Begründung hat er nicht geliefert." Wenige Tage vor dem Schützenfest, das am vergangenen Wochenende gefeiert wurde, habe der Pfarrer das Verbot bekräftigt. Daraufhin habe die Bruderschaft Pfarrer Johannes van der Vorst als Vermittler eingeschaltet.

"Pfarrer Fluthgraf sagte mir, dass es einen Wortgottesdienst in der Kirche geben würde, zu dem die Schützen gern kommen könnten", sagt Johannes van der Vorst, der als Jungsschützen- und Bezirkspräses den Schützen nahe steht. Die hätten sich dann kurzfristig entschlossen, eine Gebetsstunde im Festzelt abzuhalten. Johannes van der Vorst habe daraufhin die Texte für den Zelt-Gottesdienst geschrieben und Hans-Dieter Möller gegeben. "Ich war dann aber weder in der Kirche noch im Festzelt", sagt van der Vorst. Erst zur Parade sei er in Mülfort gewesen.

Pfarrer Guido Fluthgraf, der derzeit in Urlaub weilt, wollte gestern zu den Vorwürfen aus Mülfort keine Stellungnahme abgeben. Er verwies an das Bistum Aachen. Aber auch die dortige Pressestelle sah sich außerstande, etwas zu den Vorfällen zu sagen.

Guido Fluthgraf war im September 2011 als Nachfolger von Pfarrer Karl-Heinz Hendker in die GdG Giesenkirchen, die aus den Gemeinden St. Gereon Giesenkirchen, St. Mariä Himmelfahrt Meerkamp, St. Josef Schelsen und eben St. Paul Mülfort besteht, gekommen. Bereits 2013 hatte es Streit zwischen der Gemeinde Meerkamp und dem Pfarrer gegeben. Der Vorwurf damals: Guido Fluthgraf lasse kein weltliches Liedgut in seiner Kirche zu, habe deshalb unter anderem den Rheyder Kinder- und Jugendchor, der traditionell sein Sommerkonzert dort abhielt, ausgeladen. Und den Kindern habe er das Singen von Martinsliedern in der Kirche verboten, weil die nicht im Gebetbuch stünden. Auch der Ökumene stehe er abweisend gegenüber.

Bezirksbundesmeister Horst Thoren will vermitteln. "Da scheint sich seit Monaten etwas hochgeschaukelt zu haben", sagt er. Aus seiner Sicht wäre es klug, "eine freundliche Lösung zu finden". Seiner Meinung nach besteht durchaus die Möglichkeit, aufeinander zuzugehen. "Dabei will ich gerne helfen."

Quelle: RP
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