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Serie Was Macht Eigentlich?
Star Wars und viel Spaß für Kinder

Serie Was Macht Eigentlich?: Star Wars und viel Spaß für Kinder
Thomas Manglitz in der Filmfigurenausstellung FOTO: Isabella Raupold
Das einstige Schwimmbecken kann man allenfalls noch erahnen. Die Technik ist herausgeholt, das Wasser natürlich seit Jahren abgelassen. Stattdessen gibt es jetzt eine 30 Quadratmeter große "Eislandschaft". Nur die Zuschauertribüne erinnert noch daran, dass hier einmal ein Schwimmbad war. Besucher werden heute auf drei Ebenen durch dunkle Gänge, vorbei an spektakulär beleuchteten, unterschiedlich großen Nischen geführt und in die Welt von "Star Wars" entführt - Weltall-Atmosphäre.

"Filmfiguren-Ausstellung" heißt das, was Thomas Manglitz mit vier Sammlerfreunden im ehemaligen Bad am Berliner Platz geschaffen hat: eine beeindruckende Filmkulisse, in der sich Helden und Schurken aus der ganzen Galaxis tummeln. "Das gibt es nirgendwoanders in Deutschland in dieser Größe und Qualität", sagt Manglitz.

Lebensgroße Figuren, detailreiche Sammlerstücke wie Laserschwerter oder andere futuristische Waffen sowie liebevoll nachgebaute Dioramen, die an Filmszenen angelehnt sind: In dieser Ausstellung bekommt der Besucher schnell das Gefühl, den Planeten Erde weit hinter sich gelassen zu haben. Direkt am Eingang gibt es ein gewaltiges Raumschiff, aus mehr als 400.000 Lego-Steinen in zwei Jahren zusammengebaut. "Das könnte man sich schlecht zu Hause ins Wohnzimmer stellen", sagt Thomas Manglitz.

Der 48-Jährige ist Geschäftsführer des Mönchengladbacher Stadtfernseh-Senders Cityvision. Seine Leidenschaft sind Filme und ihre Figuren, genauer: "Ich war schon früh fasziniert von Star Wars. Die Effekte, die mitreißende Musik und die fesselnde Geschichte - diese Jahrhundertfilme begeistern einfach." Darum hat er begonnen zu sammeln. Irgendwann aber war daheim in der Wohnung, im Keller und in der Garage kein Platz mehr frei. 2006 fand er einen neuen Raum: das ehemalige "Filmstudio" an der Harmoniestraße in Rheydt, wo er seine erste große Ausstellung eröffnete. Fünf Jahre später stieß er auf das 2005 endgültig ausrangierte Hallenbad am Berliner Platz, wo es zuletzt eine Kunst-Ausstellung gegeben hatte.

Manglitz und seine Freunde mieteten das komplette "Bad" von der EWMG, die es seit 2002 für die Stadt verwaltet, und begannen mit dem Umbau. Auf einer Ausstellungsfläche von bisher 500 Quadratmetern haben die Sammler etwa 400 Exponate untergebracht. In originalgetreuen Kulissen, mit originalgetreu nachgebauten Figuren, vom Spielzeug-Format bis zur Über-Lebensgröße wie dem Kampfläufer, der vom Boden des Schwimmbeckens fast zur Decke reicht. Und demnächst sogar mit Original-Kostümen aus Hollywood. Den Wert der Ausstellung kann Manglitz gar nicht genau beziffern, zieht einen scherzhaften Vergleich: "Wir können davon ausgehen, dass hier mehrere Mittelklasse-Autos stehen."

Platz wäre für noch einmal so viel. Doch die Sammler gehen Schritt für Schritt vor. Mit der Hoffnung, hier noch lange ihre Schätze zeigen zu können. "Die EWMG ist froh, in diesem toten Winkel am Rande des Quartiers Abteiberg etwas zu haben, das zum Thema Kunst und Kultur passt", sagt Manglitz. Und das angenommen wird. Etliche Tausend pro Jahr kommen, und es werden immer mehr. Es sind längst nicht nur Star-Wars-Fans, sondern unter anderem auch sehr viele Kinder, die hier zum Beispiel Geburtstag feiern. "Das ist schon ein Event, mit aufwendiger Technik und zum Beispiel auch Training mit dem Laserschwert", erzählt Manglitz.

Wie lange das Ganze bleiben kann? Das hängt von der Umsetzung des Gladbach-Tals im "Masterplans" ab. Es wird also wohl noch einige Jahre bleiben dürfen.

(oes/mro)
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