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Mönchengladbach
Startschuss für Sport-Kooperation

Mönchengladbach. Der Stadtsportbund Mönchengladbach ist in den Trägerverein des Olympia-Stützpunktes Rhein-Ruhr eingetreten. Die Sportvereine können von Trainingswissenschaftler Volker Groß kompetente Hilfe erhalten. Von Thomas Grulke

Der Antrag auf Mitgliedschaft wurde ohne eine Gegenstimme angenommen: Ab sofort gehört der Stadtsportbund Mönchengladbach (SSB) dem Trägerverein des Olympia-Stützpunktes Rhein-Ruhr an. Der Stützpunkt-Vorsitzende Rudolph Jelinek überreichte dem SSB die Mitgliedsurkunde, womit Mönchengladbach als elfte Stadt dem Trägerverein beigetreten ist. "Im Grunde ist es so aufgeteilt, dass der Leistungssport Sache der Fachverbände ist und ein Stadtsportbund sich um den Breitensport kümmert. Doch wir hatten schon immer das Gefühl, dass es bei uns einen Grau-Bereich gibt, der bedient werden will. Deswegen wenden wir uns nun stärker dem Leistungssport zu und holen uns mit dem Olympia-Stützpunkt das nötige Know-how dazu", erklärte SSB-Geschäftsführer Axel Tillmanns.

Doch was bedeutet die Zusammenarbeit des SSB mit dem Olympia-Stützpunkt für den Mönchengladbacher Sport? Die RP beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist ein Olympia-Stützpunkt? In Deutschland gibt es insgesamt 19 Olympiastützpunkte, mit Rheinland, Westfalen und Rhein-Ruhr sind es drei in Nordrhein-Westfalen. Deutschlandweit werden 3500 Athleten in den Bundeskadern unter sportmedizinischen, physiotherapeutischen, trainings- und bewegungswissenschaftlichen, sozialen, psychologischen und ernährungswissenschaftlichen Gesichtspunkten betreut.

Was kann der Stützpunkt in Mönchengladbach leisten? "Wir wollen hier nicht als Besserwisser auftreten, sondern dort Hilfe anbieten, wo sie benötigt und gewünscht wird", stellt Volker Groß klar. Der Diplom-Sportlehrer ist nicht nur einer von drei Trainingswissenschaftlern am Stützpunkt in Essen, sondern er hat im SSB auch die neu geschaffene Stelle des Beauftragten für Leistungssport übernommen. Ein wichtiges Ziel sei es, die Trainer, die im Nachwuchsbereich tätig sind, zu unterstützen und ihnen Tipps zu geben, wie sie ihr Training effizienter gestalten können. Zudem soll es aus- und weiterbildende Veranstaltungen geben sowie das Angebot, ein Athletiktraining leistungsdiagnostisch zu begleiten. "Wir werden aber nicht einzelne Vereine jede zweite Woche besuchen können", sagt Tillmanns, dem ein weiteres Projekt sehr am Herzen liegt: ein Leistungscheck aller Schüler der zweiten Klasse, um Talente frühzeitig zu erkennen und an die Vereine zu vermitteln.

Wie können die Vereine profitieren? Bei einer ersten Informationsveranstaltung des SSB mit dem Olympia-Stützpunkt war die Palette der anwesenden Sportarten durch ihre Vereinsvertreter breitgefächert. Ebenso vielfältig sind die Bereiche, in denen der Stützpunkt Hilfestellung leisten kann. Das könne beispielsweise bei den Skateboardern der noch jungen Rollbrett-Union die Unterstützung bei der Erstellung einer ersten Trainingsplan-Konzeption sein, während Toptalente bei den Schwimmern oder Leichtathleten im Bedarfsfall vielleicht eine noch speziellere Begleitung erhalten könnten. Das Ziel sei es, die Talente länger in ihrem Verein und ihrem gewohnten Umfeld halten zu können, ehe der Wechsel zu einem größeren Leistungsstützpunkt erfolgt, erklärten die Verantwortlichen.

Wo liegen die Vorteile für den Stützpunkt? Dem Stützpunkt liegt sehr viel daran, die Basis zu unterstützen. Denn je mehr Initiative und Engagement unten wegbrechen, desto größer ist die Gefahr, dass immer weniger Spitzensportler oben ankommen. Die Unterstützung soll dabei helfen, dass kein Talent unentdeckt bleibt oder sein Potenzial nicht vollends ausschöpfen kann.

Wann ist mit positiven Auswirkungen zu rechnen? "Wir fangen erst an. Es wird eine Weile dauern, bis sich erste Synergie-Effekte einstellen werden", betont Volker Groß, der aber schon seine Erfahrungen in Sachen Aufbauarbeit in direkter Nachbarschaft gemacht hat. In Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund Viersen sind im Verlauf der vergangenen beiden Jahre erste Kooperationen mit einem Handball- und einem Basketballverein entstanden. Nun will er seine Erfahrungen in Mönchengladbacher Klubs weitergeben.

Quelle: RP
 
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