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Mönchengladbach
Streit um Buslinien der NEW in Viersen

Mönchengladbach. Weil Gladbach vier Viersener Verbindungen nicht mehr bedienen will, gibt es Ärger mit dem Kreis. Von Andreas Gruhn

Der Busverkehr in Viersen hat einen Streit zwischen dem Kreis Viersen und der Stadt Mönchengladbach ausgelöst. Grund ist, dass die Linien 011, 012, 038 und SB88 in Viersen nicht weiter vom Mönchengladbacher Versorger NEW bedient werden sollen. Das hat die Stadt dem Kreis in einem Brief vom vergangenen Mittwoch mitgeteilt. In dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, heißt es: "Diese Entscheidung war auch von wirtschaftlichen und strategischen Überlegungen geprägt. Die genannten Linien führen zu einem Verlust bei der NEW mobil und aktiv Mönchengladbach GmbH, der derzeit - obwohl nicht in der Aufgabenträger-Zuständigkeit der Stadt liegend - aus dem Haushalt der Stadt ausgeglichen wird." Mit anderen Worten: Mönchengladbach möchte für die verlustreichen Linien nicht weiter aufkommen. Deshalb sind die Linien auch nicht weiter Bestandteil des Nahverkehrsplans und damit der Vorabbekanntmachung zur Direktvergabe des Busverkehrs an die NEW. Die wird am Mittwoch im Rat vorgestellt.

Dass diese Information so kurzfristig in einem lapidaren Brief mitgeteilt wurde, hat den Kreis Viersen erzürnt. Landrat Andreas Coenen wirft der Stadt "Rosinenpickerei" vor, da ausschließlich die weniger genutzten Linien im Kreis Viersen von der Streichung betroffen seien, nicht allerdings die stark genutzten Linien, die zwischen Mönchengladbach und den Kreis-Kommunen pendeln. Das passe nicht, "wenn man gute Nachbarschaft leben will", schimpfte Coenen in einer Pressemitteilung und zeigte sich überdies "irritiert über den Zeitpunkt und über die Art und Weise der Information."

Hinter dem Gladbacher Rückzug steckt allerdings noch mehr als wirtschaftliche Erwägungen. Das Gladbacher Rathaus sorgt sich vielmehr um die Direktvergabe des Nahverkehrs an die NEW: Dafür muss die Stadttochter mehr als die Hälfte der Leistungen aus eigenen Mitteln erbringen. Deshalb laufen gerade auch noch komplizierte Verhandlungen, einen Teil der Westbus-Fahrer zurück in die NEW zu holen. Weil die Viersener Linien aber vor allem von Fremdpersonal gefahren werden, drücken sie die Eigenerbringungsquote in einen kritischen Bereich, so die Befürchtung der Verwaltung: "Die Abgabe der fraglichen Linien leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der zwingenden rechtlichen Voraussetzungen für eine Direktvergabe", heißt es in dem Brief.

Der Kreis Viersen seinerseits will sein Liniennetz inklusive Nahverkehrsplan im Januar beschließen. Darin sind diese Linien auch noch enthalten. Gut möglich, dass man sich auf anderer Ebene einigt. Landrat Coenen jedenfalls fordert noch ein Gespräch mit der Stadt Mönchengladbach vor der Ratssitzung am Mittwoch.

Quelle: RP
 
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