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Mönchengladbach
Studenten finden schnell eine Wohnung

Mönchengladbach: Studenten finden schnell eine Wohnung
Von Reutlingen in die Vitusstadt zog Madeline B. im vergangenen Jahr. FOTO: Tim Specks
Mönchengladbach. Mönchengladbach punktet bei Stundenten auch mit einem entspannten Wohnungsmarkt. Selbst in Campus-Nähe ist das Wohnen laut einer Studie des Mendelssohn-Instituts noch bezahlbar. Ein WG-Zimmer kostet im Schnitt 300 Euro. Von Tim Specks und Marc Mohamed Dibsi

Für den Rundgang durch ihre neue Wohnung brauchte Madeline nur einen Computer. Als die 24-Jährige vor einem Jahr von Reutlingen nach Mönchengladbach ziehen musste, um an der Hochschule Niederrhein zu studieren, führte ihre neue Mitbewohnerin sie per Video-Stream durch ihre Wohngemeinschaft. Nicht einmal vier Wochen hatte Madeline vorher nach einem passenden Angebot gesucht. "Die Wohnungssuche war total einfach", erinnert sich die gebürtige Münchnerin - und ist mit diesem Eindruck nicht allein. Laut einer Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts gehört Mönchengladbach zu den Städten, in denen es Studenten bei der Wohnungssuche vergleichbar einfach haben.

Für die Erhebung wurden insgesamt 91 Hochschulstandorte analysiert. Beobachtet wurden unter anderem Faktoren wie durchschnittlicher Mietpreis, Studentenzahl und Attraktivität von Stadt und Universität. Die Ergebnisse wurden letztlich in einem sogenannten Anspannungs-Index gelistet - von möglichen 100 Punkten, gleichbedeutend mit einer sehr schwierigen Situation, erhielt die Vitusstadt weniger als 25 Punkte. Zum Vergleich: Spitzenreiter München kam auf 79 Punkte. Das vergleichsweise erfreuliche Ranking Gladbachs ergibt sich unter anderem aus einem niedrigen durchschnittlichen Mietpreisniveau. Die Anspannungslage in der Stadt sei insgesamt vergleichsweise unproblematisch, heißt es in der Studie weiter.

Für Lisa Matzkat sind niedrige Mieten kein Grund, nach Gladbach zu ziehen. FOTO: Tim Specks

Einer, der diese Einstufung bestätigt, ist Anno Jansen-Winkeln. Seine Immobilienfirma vermietet unter anderem Zimmer in einem Studentenwohnheim an der Wehnerstraße. "Die Situation dort ist total entspannt", so Jansen-Winkeln. Zwar seien die meisten der 51 Plätze derzeit belegt. Beim Semesterwechsel seien aber immer genügend freie Zimmer vorhanden. Für eines dieser 18 Quadratmeter großen Zimmer zahlen die Studenten 229 Euro Warmmiete. Dafür beziehen sie ein fertig möbliertes Zimmer und haben in ihrer jeweiligen WG unter anderem eine Küche und ein Bad zur Verfügung.

Laut AStA der Hochschule ist die vergleichsweise entspannte Lage am Wohnungsmarkt mithin ein Grund für Studenten, ein Studium in Mönchengladbach zu beginnen. Auch Roman Blankenburg ist seit dem laufenden Semester in Gladbach eingeschrieben. Der 19-Jährige studiert "Textile and Clothing Management" und ist dafür von Kassel nach Mönchengladbach gezogen - vor allem allerdings, weil dieser Studiengang neben der Hochschule Niederrhein nur von teuren, privaten Universitäten angeboten wird. Roman Blankenburg wohnt im Studentenwohnheim an der Mühlenstraße. Dort zahlt er rund 300 Euro für Miete und Nebenkosten. Gefunden hat er sein neues Zuhause über die Kreisbau AG. "Das war total unkompliziert", sagt Roman. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich mit einem Nebenjob, zudem hat er einen Studienkredit aufgenommen und erhält Unterstützung von seinen Eltern. Mit seiner neuen Wohnsituation ist er zufrieden - sogar mit dem oft unbefriedigend erscheinenden Nachtleben. "Das ist natürlich kein Vergleich mit Köln oder Düsseldorf, aber man kann trotzdem gut feiern in der Stadt", sagt er.

Roman Blankenburg hingegen ist von Kassel an den Niederrhein gezogen. FOTO: Tim Specks

Neben denen, die während ihres Studiums gern in Mönchengladbach wohnen, gibt es auch die, für die ein Umzug nicht infrage kommt. Lisa Matzkat wohnt seit sechs Jahren in Köln, studiert aber in Gladbach. Für ihr 16 Quadratmeter großes Zimmer zahlt sie in der Domstadt, die im Ranking Platz drei belegt (76 Punkte), insgesamt 420 Euro. Ein Umzug nach Mönchengladbach kommt für sie aber trotz der deutlich niedrigeren Mietpreise nicht infrage. "In Köln gefällt es mir einfach besser."

Quelle: RP
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