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Mönchengladbach
Sturm sorgt für Zugausfälle und weht Dach von Lagerhalle

Sturmtief "Burglind" trifft mit Orkanböen auf NRW
Sturmtief "Burglind" trifft mit Orkanböen auf NRW FOTO: Oliver Berg/dpa
Mönchengladbach. Die Mürriger Straße in Venn musste für circa zwei Stunden wegen eines Feuerwehreinsatzes gesperrt bleiben. Heute sollen Züge wie gewohnt fahren. Von Laura Harlos, Gabi Peters und Inge Schnettler

Mit einer Säge unter dem Arm stiefelt ein Mann in neonorangener Jacke über die Gleise. Er kniet sich auf den Boden, schmeißt den Motor an und beginnt heruntergefallene Äste aus den Weichen zu schneiden.

Von den Unwetterfolgen waren besonders Pendler, die mit der Bahn fahren, betroffen. Im Raum Hagen und Wuppertal kippten Bäume auf die Oberleitungen, auf den Gleisen rund um den Hauptbahnhof Mönchengladbach hielten Aufräumarbeiten bis in den Nachmittag an. So kam es auf der S-Bahn-Linie 8 in beiden Richtungen (Mönchengladbach und Hagen) zu Verspätungen von über einer Stunde und zahlreichen Zugausfällen. Auch Regionalbahnen wie die RB 33 Richtung Duisburg fuhren mit Verspätungen von bis zu 30 Minuten. Der Regionalexpress nach Dortmund konnte zeitweise nicht in Mönchengladbach halten und fuhr einen Umweg.

Sturmtief "Burglind" fegt über NRW

"Regionalbahnen mussten über die S-Bahn-Strecke geleitet werden, deswegen kam es zu Ausfällen", sagte ein Bahnsprecher. "Sollte es keine weiteren Unwetter geben, fahren die Züge am Donnerstag wieder wie gewohnt." Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden vor Fahrtantritt die Wunschverbindung im Internet noch einmal zu überprüfen.

Für die Feuerwehr und die Polizei gab es aufgrund des Sturms verhältnismäßig wenig Einsätze. Mönchengladbach sei von Tief "Burglind" weitestgehend verschont geblieben, hieß es.

Bis zum späten Nachmittag war die Feuerwehr sturmbedingt 15-mal ausgerückt. Grund waren zumeist lose Dachziegeln und heruntergefallene Äste. An einigen Stellen, wie beispielsweise an der Aachener Straße, waren auch Bäume umgestürzt. Verletzte gab es glücklicherweise keine.

Das einzige größere sturmbedingten Ereignis geschah gegen 5.20 Uhr an der Mürriger Straße im Ortsteil Venn. Durch die nächtlichen Böen war das Dach einer Lagerhalle vom Gebäude gerissen worden und wurde dabei teilweise auf umliegende Gebäudeteile geweht. Die Feuerwehr sicherte das circa 30 Quadratmeter große abgerissene Dachteil. Weitere lose Elemente wurden abgetragen und die verbliebene Dachkonstruktion vor erneutem Windangriff geschützt. Die etwa 100 Quadratmeter große Halle musste gesperrt werden, sie ist bis auf weiteres nicht zu begehen, wie die Feuerwehr mitteilte. Während des fast zweistündigen Einsatzes der 14 Feuerwehrleute musste die Mürriger Straße gesperrt werden.

Vom Winde verweht waren gestern Vormittag jede Menge Gelbe Säcke. Obwohl der Sturm angekündigt worden war, hatten viele Bürger die Wertsoffsäcke auf den Bürgersteig gelegt, ohne sie zu sichern. Die Folge: Die Tüten flogen durch die Gegend, sie rissen zu Teil auf, der Müll verteilte sich auf den Straßen, die Autofahrer fuhren regelrechte Slaloms. "Und unsere Fahrer hatten wesentlich mehr Arbeit", sagte Christiane Helmhold, Sprecherin der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN), gestern auf Nachfrage. "Was greifbar ist, haben unsere Männer eingesammelt, sie konnten aber nicht jeden Joghurtbecher aus den Vorgärten holen." Der Appell: "Die Bürger sollten selbst die Kleinabfälle aufheben und in neue Gelbe Säcke stecken."

Quelle: RP
 
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