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Mönchengladbach
Superintendent: 2030 gemeinsames Abendmahl

Mönchengladbach. Bei der Kreissynode diskutierten die Protestanten über Ökumene und ein Positionspapier zur AfD. Von Angela Wilms-Adrians

In mehr als 200 Veranstaltungen hat der Evangelische Kirchenkreis Gladbach-Neuss das Reformationsjubiläum thematisiert. Dessen Auswirkungen auf die weitere kirchliche Arbeit war eines der Hauptthemen der Kreissynode, die im Gemeindezentrum Wickrath tagte. "Wir haben darüber nachgedacht, was nehmen wir an Impulsen aus dem Jubiläumsjahr mit", sagte Superintendent Pfarrer Dietrich Denker. Er hatte im Bericht zur Synode betont: "Es war und ist gut, sich auf die Grundlagen unseres evangelischen Glaubens zu besinnen." Ebenso hatte er gefragt nach dem Auftrag heute, nach schützenswerten Ressourcen und der Notwendigkeit theologischen Neulands. Denker bilanzierte für das Jubiläumsjahr eine gute Arbeit an der Ökumene, viele Kontakte und Begegnungen über den Kirchenkreis hinaus und wichtige inhaltliche Impulse. "Wir fragen uns, wie müssen wir uns verändern, um den Menschen nahe zu sein in einer Zeit, in der der Glaube an Gott nicht mehr selbstverständlich gegeben scheint."

Die Auswertung vieler Themen ist noch offen. Dazu zählen die Urteilsfähigkeit als Bildungsthema und Mitgliedergewinnung. Denker stellte fest, dass die Philippus Akademie gute Bildungsarbeit leistet. Positiv vermerkte er zum Thema Haushalt, zwei Jugendreferenten als Vollzeitbeschäftigteangestellt wurden. Per Synodenbeschluss wird der 2015 aufgelegte Fonds für Flucht und Migration in einen akuten Fonds ausgeweitet. "Viele brauchen eine längerfristige Integrationshilfe. So haben wir die Möglichkeit zur Nutzung erweitert", erklärte dazu der Superintendent.

Zur Synode stellte der Ausschuss Kirche und Gesellschaft ein Positionspapier für eventuelle Gespräche mit AfD-Anhängern vor. Im Papier geht es um Nächstenliebe, Menschenwürde und Bewahrung der Schöpfung. "Wir stellen klar, was christliche Positionen sind. Das muss nicht unbedingt mit dem übereinstimmen, was die AfD als christliches Abendland bezeichnet", betonte Denker. Öffentlichkeitsreferentin Ute Dornbach-Nensel ergänzte: "Wir hoffen, wenn sich die Gemeinden das Papier zu eigen machen, machen sie sich sprachfähig zum Thema. Wir gehen davon aus, dass auch in unseren Reihen AfD-Sympathisanten anzutreffen sind."

Bei der Synode wurde Denker mehrfach gefragt, wie es bei der Ökumene weitergehen könne. Er hofft, das spätestens Jubiläumsjahr 2030, dem 500. Jahr der Confessio Augustana (grundlegendes Bekenntnis der lutherischen Reichsstände zu ihrem Glauben) das gemeinsame Abendmahl von katholischen und protestantischen Christen möglich ist. Entsprechend bekennt der Geistliche: "Ich möchte noch als Pfarrer im Dienst das Abendmahl gemeinsam mit einem katholischen Kollegen feiern. Und mein Gesprächsangebot an den Bischof von Aachen steht."

Quelle: RP
 
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