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Verkehr in Mönchengladbach
Taxis am Streik-Tag doppelt so gefragt

Verdi-Streik in Mönchengladbach
Verdi-Streik in Mönchengladbach FOTO: Laura Laer
Mönchengladbach. Taxifahrer hatten am Dienstag teilweise doppelt so viele Fahrten wie an anderen Tagen - zum Ärger vieler Pendler. Vor allem an den Bushaltestellen sorgten fehlenden Infos zum Streik für Missmut. Von Sabine Kricke und Laura Laer

Vereinzelnd sitzen Menschen an den verlassenen Bushaltestellen am Europaplatz in Mönchengladbach. Auf den Anzeigen stehen angekündigte Abfahrtszeiten, auf die der ein oder andere hofft. Wenige Sekunden später zeigt auch diese Anzeige wieder nur eine schwarze Fläche an. Fahrende Busse? - Fehlanzeige. Wegen des Verdi-Streiks fahren auch in Mönchengladbach keine Busse der NEW. Hannelore Andenberg, 66 Jahre, aus Neuwerk will nach ihrem Arztbesuch wieder nach Hause. Sie hat Schwierigkeiten mit ihrem Bein und muss ihren Heimweg jetzt zu Fuß bewältigen. "Ein Taxi ist mir zu teuer", sagt die 66-Jährige.

Im Gegensatz zu der Rentnerin sind am Dienstag zahlreiche Pendler mit dem Taxi gefahren. "Zu den Kernzeiten zwischen sieben und neun Uhr war doppelt so viel zu tun, wie sonst", sagt Michael Kiembaum von der Taxizentrale Mönchengladbach. Die meisten der Anrufe seien von Kunden gekommen, die an Bushaltestellen gewartet haben.

Auf der Anzeige am Europaplatz stehen teilweise normale Abfahrtszeiten, an anderen ist der Bildschirm schwarz oder es wird auf den Streik hingewiesen. An den Bushaltestellen, wo es keine elektronische Anzeige gibt, befindet sich für die Wartenden kein Hinweis auf den Streik. "Wir haben zuvor in den Medien groß über den Streik informiert, eigentlich müsste jeder Bescheid wissen", sagt eine Sprecherin von NEW gegenüber unserer Redaktion. Der 20-jährigen Jemonfou Johnson aus Elmpt hat davon jedoch noch nichts mitbekommen. Er habe nichts von dem Streik gewusst und fahre nun vermutlich mit dem Zug zurück nach Elmpt. "Von da aus werde ich dann hoffentlich von einem Freund mit dem Auto abgeholt", sagt er.

Taxifahrer Karl-Heinz Taxweiler freut sich derweilen über die vielen Fahrten: "An anderen Tagen ist hier sonst nichts los". Und tatsächlich: Zwei Leute eilen zum letzten freien Taxi. Der Schnellere gewinnt und kommt vielleicht noch pünktlich zur Arbeit. 

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