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Mönchengladbach
Techniker machen den Döner schöner

Mönchengladbach. In einer Projektarbeit entwickelten drei angehende Techniker der Fachschule für Maschinenbautechnik eine automatisierte Zuschneidevorrichtung für Dönerspieße. Döner-Produzent baut nach ihren Vorgaben einen Prototyp. Von Angela Rietdorf

Im Döner steckt Fleisch, viel Fleisch und Handarbeit. Viel Handarbeit. "Es gibt kaum Maschinen für die Dönerproduktion", sagt Christian Peterkes vom Gladbacher Dönerproduzenten Polat. In der Neuwerker Produktion werden täglich 42 Tonnen Dönerspieße größtenteils von Hand bestückt. Mit großen Kebabmessern, die an Macheten erinnern, werden sie in die gewünschte konische Form gebracht - auch das per Hand.

Weil das aber eine ausgesprochen anstrengende und belastende Aufgabe ist, die außerdem große Genauigkeit erfordert, wünscht sich das Unternehmen hier eine Automatisierung. Drei angehende Techniker der Fachschule für Maschinenbautechnik des Berufskollegs am Platz der Republik haben jetzt eine entsprechende Schneidvorrichtung entwickelt.

Martin Frühauf, Joachim Müller und Frederik Schüller haben in nur fünf Wochen eine Vorrichtung geplant, die das Zuschneiden übernehmen kann. Die drei sind gelernte Industriemechaniker und absolvieren am Berufskolleg die zweijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker. Teil dieser Ausbildung ist jeweils eine Projektarbeit. "An ihr wachsen die Schüler und machen noch einmal einen großen Sprung", stellt Bernhard Fleischer, Abteilungsleiter der Fachschule, fest. Besonders schön ist es, wenn die Arbeit auch gute Chancen auf Umsetzung hat, weil sie für ein Unternehmen wie Polat erstellt wird. Die drei Konstrukteure haben sich erst einmal intensiv mit dem Produktionsprozess beschäftigt, sich angesehen, wie das Hackfleisch zu Scheiben geformt, auf Spieße gesteckt, zugeschnitten, verpackt und schockgefroren wird.

Dann ging es darum, eine Maschine zu entwickeln, die viele Vorgaben erfüllt: Sie muss für unterschiedliche Spießgrößen - die Dönerspieße wiegen zwischen zehn und hundertzwanzig Kilo - geeignet sein. Sie muss den Lebensmittelvorschriften entsprechen, also beispielsweise kein Schmierfett benötigen. Sie muss chlorbeständig sein, weil Chlor zur Reinigung verwendet wird. Der Vorgang des Zuschneidens darf nicht mehr als zweieinhalb Minuten dauern. Und zu teuer darf es auch nicht werden. Die Projektgruppe hat sich zusammengesetzt, "alle Ideen in einen Topf geworfen", wie es Frederik Schüller ausdrückt, und schließlich noch vor Ort getestet, welche Art Messer die besten Ergebnisse erzielt.

So haben sie eine Vorrichtung entwickelt, die den Döner schält wie einen Apfel. Die abgeschälten Reste werden aufgefangen und wiederverwendet. Die Maschine ist einfach zu bedienen, leicht zu reinigen und transportabel, weil sie auf einen Tisch mit Rollen gesetzt wurde. Das Projektergebnis kann sich also sehen lassen. Und bezahlbar ist es auch. "Leider konnten wir keinen Prototypen bauen", bedauert Joachim Müller.

Das wird jetzt aber der Dönerproduzent Polat tun. "Die Projektgruppe hat ein Ergebnis geliefert, wie wir es uns gewünscht haben", sagt Christian Peterkes. "Wir werden einen Prototypen bauen lassen." Und wenn in Zukunft die Dönerspieße im Imbiss an der Ecke besonders schön geformt und gleichmäßig zugeschnitten sind, ist das der Arbeit der drei angehenden Techniker von der Fachschule für Maschinenbautechnik zu verdanken.

Quelle: RP
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