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Mönchengladbach
Terrorverdacht: Salafist Sven Lau sitzt in Untersuchungshaft

Mönchengladbach: Terrorverdacht: Salafist Sven Lau sitzt in Untersuchungshaft
Seit Montag in Untersuchungshaft: Der Salafist Sven Lau. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Die Vorwürfe wiegen schwer: Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Anwerbung für dschihadistische Truppen. Gegen den 33-jährigen Salafisten und bekannten islamistischen Prediger Sven Lau wurde am Montag ein Haftbefehl vollstreckt. Von Gabi Peters

Lau, der noch vor gut zwei Wochen zusammen mit Pierre Vogel auf dem Alten Markt predigte, soll unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe maßgeblich an Geldsammlungen zur Unterstützung dschihadistischer Truppen im Bürgerkrieg gegen die syrische Regierung beteiligt gewesen sein. Er selbst zeigte sich in Youtube-Videos mit ausrangierten Rettungswagen, die nach Syrien zur Unterstützung der Bevölkerung gefahren werden sollten. Die Ermittler von LKA und Polizei gehen jedoch davon aus, dass die Krankenwagen als Tarnung für die Unterstützung einer Al-Qaida-nahen Gruppierung dienen sollten.

Vorwurf: 37-Jährigen Mönchengladbacher zum Kampf in Syrien angestiftet

Spätestens Ende Oktober 2013 soll Lau gemeinsam mit einem getrennt verfolgten 24-jährigen Stuttgarter einen 37-jährigen Mönchengladbacher dazu angestiftet haben, zusammen mit dem Stuttgarter nach Syrien auszureisen, um dort mit dschihadistischen Truppen zu kämpfen. Die Ausreise konnte jedoch verhindert werden. In dem zur geplanten Ausreise benutzten Fahrzeug fanden Ermittler Tarnkleidung, zwei Nachtsichtgeräte im Wert von mehreren Tausend Euro sowie 5500 Euro Bargeld. Das war der Ausgangspunkt für weitere Ermittlungen des LKA in Baden-Württemberg.

Danach soll der frühere Berufsfeuerwehrmann Lau zwei weitere Männer, beide aus Nordrhein-Westfalen, als Syrien-Kämpfer angeworben haben. Die Männer sollten mit einem aus Spendengeldern gekauften Notarztwagen und mehreren Tausend Euro Bargeld im Gepäck im Februar 2014 von Mönchengladbach aus über die Türkei nach Syrien zu fahren, wie Claudia Krauth, Staatsanwältin in Stuttgart, sagte. Auch diese Reise wurde verhindert. Der Notarztwagen und das Bargeld wurden im Raum Nürnberg von LKA-Ermittlern sichergestellt.

Anfang des Jahres hatten Sven Lau und Pierre Vogel ihre Rückkehr nach Mönchengladbach angekündigt. Die geplante Kundgebung fand zwar statt, nicht aber die Koranverteilungsaktionen an den vergangenen zwei Samstagen.

(felt)
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