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Mönchengladbach
Textilien und Modedesign nach Literatur-Vorbildern

Mönchengladbach: Textilien und Modedesign nach Literatur-Vorbildern
Nora Struwe (v.l.), Lisa Schmitz, Vlada Vegilanski, Wanwi Feng, Karlheinz Wiegmann und Rita Mielke eröffnen die Ausstellung. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Für "Fashion & Fiction" kreierten Studierende der Hochschule Arbeiten zu ausgewählter Literatur. Zentrales Element des vom Textiltechnikum initiierten Projekts ist eine Hörstation. Ausstellungsbeginn ist Sonntag. Von Angela Wilms-Adrians

Mode ist allgegenwärtig. Auch die Verweigerung, an Trends teilzuhaben, ist immer ein Statement. Entsprechend stark beherrschen modische Details die Weltliteratur, da sie für Autoren ein probates Mittel sind, um ihre Protagonisten zu charakterisieren.

Die Verbindung von Mode und Literatur ist Thema des vom Textiltechnikum initiierten Projekts "Fashion & Fiction", zu dem Studierende der Hochschule Niederrhein beeindruckende Objekte und Illustrationen schufen. Die Ergebnisse werden ab Sonntag im Textiltechnikum in einer Ausstellung gezeigt. Zentrales Element ist eine Hörstation, die Literaturpassagen vorstellt.

Karlheinz Wiegmann, Leiter des Museums Rheydt und des Textil-Technikums, sowie Rita Mielke, Projektleiterin für den literarischen Teil, zeigten sich zur Presseschau begeistert von der Resonanz auf ihr Vorhaben und die Ergebnisse. "Jeder, der einen Text liest, hat dazu seine eigenen Bilder. Darum ist es spannend zu sehen, was passiert, wenn Literaturpassagen zurück übersetzt werden in reale Beispiele von Mode", sagte Mielke. Sie lobte, wie auch Wiegmann, Unterschiedlichkeit, Vielfalt und Niveau der Arbeiten. Die Hochschulprofessoren und Dozenten Marina-Elena Wachs, Mirja Kreuziger, Ellen Bendt und Michael Szyrzka griffen das Thema in Projektgruppen und Seminaren zu Kollektionsentwicklung, experimentelles Stricken und Modeillustration auf. In der Ausstellung überzeugen die Studierenden mit fantasievollen Ergebnissen. Sie waren aufgefordert, sich von Textpassagen aus fünf Büchern inspirieren zu lassen. Zum historischen Kriminalroman "Es geschah in Schöneberg" der Mönchengladbacher Autorin Susanne Goga entstanden zum Beispiel grafische Lösungen, dreidimensionale Collagen und Mode-Illustrationen im Stil der 1950er und 1960er Jahre. Im Text geht es um ein gewagt ausgeschnittenes Rückenteil im Kleid, das so sehr individuell gedeutet wurde. Lisa Schmitz kreierte beispielhaft für die im Roman beschriebene Epoche einen Hocker im Stil der 1920er Jahre. Über Computerbearbeitung übertrug sie handschriftlich Textauszüge ins Design. "Bei den Skizzen habe ich mir zeitliche Limits gesetzt", erzählte die Studentin.

Sie erklärte so die geschickt umgesetzte Anspielung auf die im Roman thematisierte Schnelllebigkeit. Nora Struwe führte in ihrer Auseinandersetzung mit Chatelets Roman "Die Dame in Blau" Bett- und Küchenwäsche aus und zeigt begleitend die Entwicklung von der Idee zum fertigen Produkt. In der Motivwahl spielt sie beim Digitaldruck auf Textil auf den "slow fashioned"-Charakter der Dame an, die sich der Schnelllebigkeit widersetzt. Vlada Vegilanski ließ sich vom gleichen Buch inspirieren. Ein Vergleich demonstriert, wie unterschiedlich die Wahrnehmung auf eine Textstelle ist.

Quelle: RP
 
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