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Mönchengladbach
Top-Schwimmer holt Gold bei WM

Mönchengladbach: Top-Schwimmer holt Gold bei WM
Er ist Rettungsschwimmer der DLRG Korschenbroich und Schwimmtrainer im Gladbacher Vitusbad: Ralf Lammering (55) nahm jetzt erfolgreich an der Rettungsschwimmer-Weltmeisterschaft in den Niederlanden teil. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Trotz Verletzung erfolgreich: Ralf Lammering brachte vier Medaillen von der Weltmeisterschaft der Rettungsschwimmer mit nach Hause. Früher stellte der heute 55-Jährige sogar Weltrekorde auf. Von Christian Kandzorra

Ralf Lammering ist Schwimmer aus Leidenschaft. Er arbeitet als Schwimmtrainer im Vitusbad, hat im Sommer als Rettungsschwimmer ein Auge auf Badegäste am Kaarster See, trainiert bei der Ortsgruppe Korschenbroich der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) - und hat jetzt auch noch Medaillen bei der Rettungsschwimmer-Weltmeisterschaft "Rescue" abgeräumt. Einmal Gold und gleich drei Bronze-Auszeichnungen bringt der 55-Jährige damit nach Hause. "Für mich war das eine erfolgreiche WM", sagt der Schwimmer, der im Hallenbad Korschenbroich für Wettkämpfe trainiert.

Ein unschöner Beigeschmack: Bei einer seiner Parade-Disziplinen - dem 100-Meter-Rettungsschwimmen mit Tauchflossen - musste Lammering vorzeitig aufgeben, weil er sich eine Zerrung an einem Hüftmuskel zuzog. "Das ärgert mich, weil ich sogar in Führung lag." Trotzdem: Der 55-Jährige kann stolz auf sich sein. Gold gab's für seine Einzelzeit beim Staffel-Wettkampf im viermal 50-Meter-Hindernisschwimmen, bei dem er zwei Netze im Wasser "untertauchen" musste.

Die WM ist für Schwimmer in seiner Altersklasse (55 bis 59 Jahre) kein Kinderspiel. Auch Lammering musste sich bei Einzelkämpfen gegen bis zu 70 Konkurrenten behaupten. Wie die Weltmeisterschaft, die jetzt in den Niederlanden stattfand, genau aufgebaut ist? "Mit dabei sind Rettungsschwimmer aus der ganzen Welt", erzählt der Schwimmtrainer. Die DLRG schickt alle zwei Jahre zur WM eine Nationalmannschaft mit ihren Top-Schwimmern ins Rennen. "Mit denen kann ich mich aber nicht mehr messen. Die Mitglieder der Nationalmannschaft sind deutlich jünger. Ich schwimme daher in der Gruppe der ,Masters', die in verschiedene Altersklassen eingeteilt ist", erklärt Lammering, der jetzt bei den Staffelkämpfen zum ersten Mal für eine befreundete DLRG-Ortsgruppe aus dem Saarland an den Start gegangen ist. "Als Einzelkämpfer macht es keinen großen Spaß. In der Mannschaft sind die Wettkämpfe deutlich interessanter", sagt der Mönchengladbacher. 2016 war "seine" Ortsgruppe Korschenbroich nicht bei der WM vertreten.

Seine DLRG-Kollegen um ihren Vorsitzenden Rainer Kühn freuen sich über den Erfolg des Schwimmers. "Das ist eine hervorragende Leistung", sagt Kühn, der die Geschehnisse in Holland genau verfolgte. Fünfmal musste Lammering im Eindhovener XXL-Schwimmbad an den Start, einmal musste er am Strand bei Noordwijk sein Talent unter Beweis stellen. Dort schaffte er es auf den fünften Platz.

In den vergangenen Jahren reiste Lammering schon zu Weltmeisterschaften nach Australien, Japan, Neuseeland und in andere Länder. "Man kommt viel rum", erzählt der Rettungsschwimmer, der von einem "sinnvollen Sport" spricht. Schon oft habe er Menschen aus dem Wasser retten müssen, auch am Kaarster See. 1998 hatte Lammering bei der WM in seiner damaligen Altersklasse sogar Weltrekorde im 50-Meter-Retten und dem 100-Meter-Flossenretten aufgestellt. "Inzwischen sind die aber geknackt", sagt er.

Quelle: RP
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