| 07.49 Uhr

Mönchengladbach
Tote Fische im Naturschutzgebiet

Mönchengladbach: Tote Fische im Naturschutzgebiet
Diese toten Stichlinge waren gestern im völlig trockenen Bachlauf im Volksgarten zu sehen. FOTO: Achim Finken
Mönchengladbach. Wegen einer defekten Pumpe ist ein Bachzulauf zum Volksgartenweiher in Mönchengladbach innerhalb weniger Tage ausgetrocknet. Die Folge waren tote Fische mitten im Naturschutzgebiet. Auch der Weiher selbst hatte einen sehr niedrigen Wasserspiegel. Von Andreas Gruhn

Wegen einer defekten Pumpe trocknete ein Bachzulauf zum Volksgartenweiher innerhalb weniger Tage aus. Die Folge waren tote Fische mitten im Naturschutzgebiet. Auch der Weiher selbst hatte einen sehr niedrigen Wasserspiegel.Man sieht die toten Stichlinge kaum auf den ersten Blick. Wer aber genau hinschaut wie Spaziergänger Achim Finken, dem fällt auf: Ein Bachlauf im Bungtwald und Volksgarten ist in den vergangenen Tagen komplett ausgetrocknet, und die Fische darin sind verendet. Finken meldete dies der Unteren Wasserbehörde der Stadt und unserer Redaktion. "Am Montag stand das Wasser da noch fünf bis sechs Zentimenter hoch, am Dienstag war dann alles trocken", sagte Finken. Auch der Wasserspiegel des Volksgartenweihers, in den der ausgetrocknete Wasserlauf mündet, war gestern sehr niedrig. Das Wasser hatte sich erkennbar um mehrere Meter vom Ufer zurückgezogen, es blieb der Matsch vom Grund des Weihers. An einer Stelle verendete auch ein Hecht auf dem Trockenen.

Die Untere Wasserbehörde schaltete nach der Meldung des Bürgers den Versorger NEW und die für die Grünflächen zuständige Stadttochter Mags ein. Die NEW reagierte gestern Morgen und versorgte den trockenen Bachlauf mit Frischwasser aus einem nahegelegenen Hydranten. Der Grund des plötzlichen Wassermangels in dem Areal ist der Ausfall einer Grundwasserpumpe: Die Pumpe war in der vergangenen Woche wegen Bauarbeiten abgeschaltet worden, da waren der Zulauf und der Volksgartenweiher laut Mags noch voll mit Wasser. Als die Pumpe am Montag wieder eingeschaltet wurde, muss es laut Mags zu einem Defekt gekommen sein. "Die Pumpe wurde im Verlauf des Tages repariert", teilte Mags-Sprecherin Anne Peters-Dresen gestern mit. Weil es bis dahin relativ warm war, aber auch kein Tropfen Regen fiel, trocknete der Zulauf offenbar aus. Ähnliche rapide fallende Wasserspiegel wurden laut Unterer Wasserbehörde in den vergangenen Tagen an keinem Gewässer sonst in der Stadt festgestellt.

Bei dem Gewässer im Volksgarten handelt es sich laut NEW um einen sogenannten Vorwärmer. Früher wurde das Volksbad in der Nähe mit Wasser aus der Bungt versorgt, und damit es nicht zu kalt im Schwimmbad eintraf, wurde es in zwei "Tümpeln" in der Sonne eben vorgewärmt. Der vertrocknete Bachlauf vom Vorwärmer zum Bad wird dementsprechend als "Eiskeller" bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein zum Teil unterirdisches Bauwerk.

Die Mags sprach am Dienstag von 20 Stichlingen und vier größeren Fischen. Allerdings wird dieser Eiskeller auch von unter Naturschutz stehenden Amphibien wie Fröschen, Kröten, Lurchen und Molchen als Laichplatz genutzt. Die betroffenen Gewässer sind Teil des Naturschutzgebietes Volksgarten-Bungtwald-Elschenbruch. Das Schutzziel ist unter anderem Erhalt, Stabilisierung und Weiterentwicklung der für Auen-Waldstandorte typischen Struktur- und Biotopvielfalt. Der Volksgartenweiher selbst gehört laut Landesamt für Naturschutz nicht mehr dazu.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: Tote Fische im Naturschutzgebiet


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.