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Tour de France 2017
So hätte die Strecke in Gladbach im Jahr 1903 ausgesehen

Statt Wiese gibt es rund um die Kaiser-Friedrich-Halle heute viel Asphalt. FOTO: Stadtarchiv, Maximilian Krone
Mönchengladbach. Wir schreiben das Jahr 1903. In Frankreich findet die erste Tour de France statt. Wie hätte die Strecke der zweiten Etappe der Tour zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Mönchengladbach ausgesehen? Von Maximilian Krone

Nur noch hier und dort ist der Charme des alten Mönchengladbachs zu sehen. Wobei es das Mönchengladbach, wie wir es heute kennen, im Jahr 1903 noch gar nicht gab. 72 Jahre vor der Gebietsreform, die unter anderem aus Gladbach, Rheydt und Wickrath endgültig eine Stadt formte, waren es eher kleine Städte, die das Bild bestimmten.

Rheydter Bahnarbeiter posieren für ein Foto vor dem alten Bahnhof. Heute sieht es dort trist aus. FOTO: Stadtarchiv, Maximilian Krone

Dennoch: Es tat sich was. In München-Gladbach, wie es damals noch hieß, wurde zu Ehren des deutschen Monarchen die Kaiser-Friedrich-Halle gebaut. In Wickrath große Teile des Waldes um das Schloss gerodet, um Platz für die Trompeterallee mit ihren Jugendstilhäusern zu schaffen.

Bismarckstraße: Der Verlauf blieb, die Gebäude haben sich starkt verändert. FOTO: Stadtarchiv, Maximilian Krone

Die Textilindustrie in der Stadt blühte mehr und mehr auf und schuf unzählige Arbeitsplätze, was die Einwohnerzahl stetig steigen ließ. Kein Wunder also, dass die Bismarckstraße und der Marienplatz schon damals sehr belebt waren. Das Fortbewegungsmittel der Wahl war die Straßenbahn oder die Kutsche. Autos oder gar Staus gab es kaum.

Damals prachtvoll, heute eher zweckmäßig - der Bismarckplatz. FOTO: Stadtarchiv, Maximilian Krone

Es war die Zeit, in der vielerorts der Grundstein für ein Stadtbild gelegt wurde, von dem wegen der Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges meist nur die Straßenverläufe übrig blieben.

An der Berger Dorfstraße scheint die Zeit still zu stehen. Vieles erinnert noch an damals.FOTO: Stadtarchiv, Maximilian Krone

So etwa die Viersener- oder Bettrather Straße mit ihren Brücken über die Piecq-Anlage oder der Bahnhof in Rheydt. Neben den Kirchen sind es besonders die großen Bauten, die heute noch an die damalige Zeit erinnern, seit der sich einiges geändert hat.

Spazieren gehen auf der Hermann-Piecq-Anlage unter der Bettrather Straße war damals noch möglich.FOTO: Stadtarchiv, Maximilian Krone

In die Natur zog es die späteren Mönchengladbacher aber schon damals. Der Geropark mit seinem Weiher gehörte ebenso zu den beliebten Ausflugszielen wie der Weiher im Volksgarten oder die Grünflächen rund um das Schloss in Wickrath.

Damals fanden am Geroweiher noch Schwimmmeisterschaften statt. Heute schwimmen dort nur die Enten. FOTO: Stadtarchiv, Maximilian Krone

Lediglich die Kleidung hat sich gewandelt. In kurzen Hosen und Flip Flops auf die Straße? Das war damals undenkbar. Die Herren trugen Anzug, die Damen Kleider, meist mit Hut. 

 
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