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Mönchengladbach
Tourismus: Gladbach hat noch Potenzial

Mönchengladbach damals und heute
Mönchengladbach damals und heute FOTO: NN
Mönchengladbach. Vor allem am Wochenende sind die Hotels nicht ausgelastet, wie eine neue Studie der IHK aufzeigt.

70 Millionen Übernachtungen und Aufenthaltstage: Der Niederrhein war im vergangenen Jahr bei den Touristen gefragt - Mönchengladbach könnte allerdings noch mehr Gäste anziehen. Insgesamt liegt der durch den Tourismus am Niederrhein generierte Bruttoumsatz bei geschätzt 2,17 Milliarden Euro. Lediglich sieben Prozent davon wurden in Mönchengladbach erwirtschaftet. Das geht aus der Studie "Tourismuswirtschaft am Niederrhein" der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein hervor.

Mönchengladbach: Das Minto von oben FOTO: Theo Titz

Die Tourismuswirtschaft am Niederrhein ist ein bedeutender Wirtschafts- und Standortfaktor. Sie schafft 32.000 Arbeitsplätze und generiert in der Region Niederrhein geschätzt durchschnittlich 52 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr. Doch im Vergleich zu den anderen Regionen in NRW liegt der Niederrhein bei der Tourismusintensität auf dem vorletzten Platz. Er kann zurzeit nicht mit der Wachstumsdynamik der anderen NRW-Regionen Schritt halten.

"Ein Grund dafür könnte sein, dass sich der Niederrhein derzeit so zersplittert vermarktet", sagt Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. "Zurzeit kämpft jeder für sich, anstatt Ressourcen zu bündeln." Der Kreis Viersen ist mit Kleve und Wesel in der Niederrhein Tourismus GmbH zusammengeschlossen. Mönchengladbach und der Rhein-Kreis Neuss finden sich in dem noch recht losen Bündnis "Südlicher Niederrhein" zusammen, und Krefeld vermarktet sich derzeit alleine.

3 besonders schöne Radtouren durch Mönchengladbach FOTO: Manecke, Garnet

Mönchengladbach hat laut Porschen noch viel Potenzial, das ausgeschöpft werden sollte. "Der Niederrhein hat mit seinen Museen, Sportereignissen, Kulturangeboten und interessanten Radrouten viele touristische Attraktionen. Diese Stärken sollten alle Kommunen am Niederrhein mit einem gemeinsamen Auftritt vermarkten", sagt der Hauptgeschäftsführer. Diese Ansicht teilt die Mehrheit der Unternehmer und Wirtschaftsförderer, die im Rahmen der Studie befragt wurden.

Zustimmung fanden die Studie und die daraus abgeleiteten Vorschläge auch bei den Mitgliedern des IHK-Regionalausschusses Mönchengladbach, in dessen jüngster Sitzung das Thema "Tourismus am Niederrhein" diskutiert wurde. Rolf Königs, Präsident von Borussia Mönchengladbach, sagte: "Allein 1,2 Millionen Gäste besuchen die Heimspiele von Borussia. Damit spielt auch der Sporttourismus eine nicht zu unterschätzende Rolle für die Stadt Mönchengladbach."

"Dass sich die Stadt Mönchengladbach auf den Geschäftstourismus fokussiert, ist nicht falsch. Dadurch sind die Hotels aber am Wochenende nicht ausgelastet", gibt Andreas Graf, Geschäftsführer des Best Western Hotels, zu bedenken. Deshalb gingen der Stadt zusätzliche Tourismusgäste und damit Steuereinnahmen verloren.

"Nur eine große Lösung kann für das Niederrhein-Marketing eine Perspektive sein", sagt IHK-Präsident Heinz Schmidt. Die individuellen Ansprüche der jeweiligen Gebiete seien sicherlich begründet "Aber auch die anderen Tourismusregionen in NRW schaffen es, unter einem einheitlichen Namen aufzutreten."

Quelle: RP
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