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Mönchengladbach
Tracht muss nicht immer Dirndl sein

Mönchengladbach: Tracht muss nicht immer Dirndl sein
Gewagtes Kleid ohne Bluse oder lässiger Zweiteiler: Viviane Ketels (m.) ließ sich für ihre Kollektion von Trachten aus Skandinavien inspirieren. FOTO: Jana Bauch
Mönchengladbach. Modeschülerinnen des Maria-Lenssen-Berufskollegs haben eigene Kollektionen entworfen. Diese präsentierten sie in Wegberg im Volkstrachtenmuseum unter dem Motto "Trachten neu inspiriert".

Es sind die Trachten aus Skandinavien, die Viviane Ketels besonders inspiriert haben. Der teils gewagte V-Ausschnitt aus Norwegen, die bauschigen Blusenärmel aus Schweden - der 19-Jährigen kamen sofort Ideen für die eigene Kollektion "Skandinavische Sonne".

Fünf Trachtenkleider inklusive selbst gemachtem Schmuck präsentierte die Mode-Schülerin des Maria-Lenssen-Berufskollegs im Wegberger Volkstrachtenmuseum bei einer exklusiven Modenschau. Dort öffneten sich zum Auftakt der Museumssaison die Eingangstüren erstmals im Jahr 2018. "Gerne sind wir der Einladung des Museums gefolgt", sagte Christiane Postler, Abteilungsleiterin der Modeschule. "Gleichzeitig konnten wir die Bühne für die Verleihung des Design-Awards nutzen."

Den Preis vergibt die Modeschule jährlich an besonders kreative Schüler - in diesem Jahr unter dem Oberthema "Es muss nicht immer Dirndl sein - Trachten neu inspiriert". Die besten zwei Designer durften ihre Stücke im Trachtenmuseum präsentieren. Neben Viviane Ketels gehörten auch die beiden Schülerinnen Dilara Gezgin (20) und Celina Kraus (19) zu den Finalistinnen. Sie arbeiteten gemeinsam an der Trachten-Kollektion "New Tokyo", die von japanischen Schnitten und Farben inspiriert war. "Wir saßen bei meiner Oma im Wohnzimmer", erzählt Kraus. "Sie ist ein großer Japan-Fan, alles steht voll mit Deko." So zeichneten und nähten die Schülerinnen Kimonos, traditionelle Kleidungsstücke für die japanische Frau.

Bereits Tage zuvor liefen die Proben für die Modenschau. Schülerinnen studierten als Models eine Choreographie ein, was bei den engen Räumen und Gängen im Museum alles andere als einfach war. Am Tag der Veranstaltung hatte sich das Proben aber mehr als ausgezahlt: Die vorführenden Models präsentierten dem staunenden Publikum beim Catwalk durch die Ausstellungsräume neben Tracht auch weitere Arbeiten der Schülerinnen wie wilde Klamotten aus den 80er Jahren oder Kleider, inspiriert von griechischen Göttinnen.

Besonders gelohnt hat sich die Arbeit für Viviane Ketels. Die Schülerin konnte die Jury aus Lehrkräften mit ihrer Tracht im skandinavischen Stil überzeugen. Über vier Monate hatte sie an ihren Stücken gearbeitet. Ketels gewann den Design-Award und damit 150 Euro Preisgeld. Die Zweitplatzierten gingen aber nicht leer aus. Sie bekamen 100 Euro.

Einige Jahre zurück drehten die Veranstalter das Rad mit der Schau der Sonn- und Festtagstrachten, die bei besonderen Anlässen getragen werden und aus dem normalen Alltag weitgehend verschwunden sind. Schöne Details machten etwa das Festkleid mit bestickter Schürze aus Minsk, die Tracht mit Pumphose aus Krakau, der warme blaue Anzug mit Filzhut aus Estland oder die luftige Festtagstracht mit weitärmeliger Bluse aus Litauen aus. 75 von insgesamt 150 im Museum befindlichen Trachten sind dauerhaft ausgestellt.

(laha)
 
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