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Mönchengladbach
Trauer um den früheren Intendanten Wolfgang Gropper

Mönchengladbach. Am Pfingstsonntag ist Wolfgang Gropper gestorben. Am Gemeinschaftstheater hat er turbulente Zeiten erlebt. Von Petra Diederichs

Er konnte poltern, aber meist mit Vorwarnung und selten ohne Versöhnung. Und immer ging es ihm dabei um das Theater. Wenn er da Anfechtungen witterte, schickte sein Temperament die Diplomatie zum Wasser holen. Doch nach dem Sturm stellte Wolfgang Gropper klar: Ein leidenschaftlicher Streit reinigt die Luft. Nicht das persönliche Verhältnis, das war eh nicht getrübt. Die Grenze zwischen Emotion und Sachlichkeit darf zwar mal Zickzacklinie bekommen, aber sie muss halten. Mit seiner Mentalität hat der Bayer sich am Niederrhein nicht nur Freunde gemacht, aber viele tiefe Bindungen geknüpft. Von 1991 bis 1996 war er Generalintendant des Gemeinschaftstheaters. Am Pfingstsonntag ist Gropper in seiner bayerischen Heimat gestorben. Nach seiner Intendanz in Braunschweig 2010 war er zurückgekehrt und arbeitete als freischaffender Regisseur. Er wurde 72 Jahre alt. Gropper glaubte an die Kraft des Theaters, daran, Visionen auf die Bühne zu bringen. Und er glaubte an die Freiheit der Kunst: Theater, sagt er einmal im Interview, dürfe schockieren und unterhalten, betroffen machen und erheitern, es müsse Stoff zum Nachdenken bieten - nur eines dürfe es niemals: langweilen. So ging Gropper auch seine Arbeit an. Wie sein Vorgänger Eike Gramss und Jens Pesel nach ihm hat er sich für den Mix auf der Bühne eingesetzt, fürs Bewahren und Vorweggehen. Er hat die großen Klassiker Shakespeare und Goethe gepflegt. Seine vielfarbige Regie von "Richard III." war bestes Beispiel für seine Empathie mit der er Menschen begegnete - aber auch literarischen Figuren. Und er pflegte die Gegenwartsliteratur, holte Felix Mitterers "Ein Jedermann" als Deutsche Erstaufführung ans Theater. Wolfgang Gropper, in Prien am Chiemsee geboren, hat Jura studiert. Doch seine große Leidenschaft war das Schauspiel. Er hat selber auf der Bühne gestanden, in den 1980er Jahren hat er auch in diversen Filmen mitgewirkt.

In Krefeld hat er das Wackeln der Theaterehe erlebt, er hat sich damals für die Fusion stark gemacht und auch nach seiner Zeit am Niederrhein Partei für die Häuser ergriffen.

Quelle: RP
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