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Mönchengladbach
Trauermarsch für Baby Leo geplant

Mönchengladbach: Trauermarsch für Baby Leo geplant
Die Betroffenheit über den Tod von Baby Leo ist groß. FOTO: Raupold
Mönchengladbach. Das Schicksal des misshandelten und getöteten kleinen Leo, der nur 19 Tage alt werden durfte, soll nicht so schnell vergessen werden: Bürger planen einen Trauermarsch für den Säugling, der von seinem eigenen Vater (26) gequält und erschlagen wurde. Von Gabi Peters

Am 17. November wollen sich alle, denen Leid und Tod des Babys nahe gingen, um 17.45 Uhr an der Künkelstraße vor der Wohnung treffen, in der der Neugeborene lebte. Anschließend zieht die Gruppe durch die Innenstadt.

Der kleine Leo kam am 2. Oktober im Krankenhaus Neuwerk propper und gesund auf die Welt. Nach vier Tagen auf der Neugeborenenstation ging es nach Hause in eine Wohnung in Eicken. Wenig später begann das Martyrium des Babys. Der Vater, der mit dem Säugling nicht zurechtkam, verbrannte ihm den Mund mit heißer Milch, schüttelte und schlug ihn. Je mehr Leo quengelte und weinte, desto härter packte der Vater zu.

Video: Polizei äußert sich zum getöteten Säugling

Am 21. Oktober schließlich eskalierte die Situation. Der 26-Jährige sollte seinen Sohn füttern, doch als der schrie, quetschte und schüttelte der Vater den kleinen Leo, setzte sich schließlich auf den Säugling, erschlug ihn, und dann kam es auch noch zu einem sexuellen Missbrauch. Vater und Mutter sitzen in Untersuchungshaft. Er, weil ihm Mord, schwere Kindesmisshandlung und schwerer sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen wird. Sie, weil sie von den Qualen ihres Sohnes gewusst haben muss, aber nicht einschritt. "Tötung durch Unterlassen" heißt die Anschuldigung.

Am Wochenende gab es einen weiteren Polizeieinsatz an der Künkelstraße. Die Oma des kleinen Leo hatte bei der Räumung der elterlichen Wohnung eine Pistole gefunden und die Beamten alarmiert. Wie Polizeisprecher Jürgen Lützen gestern berichtete, sei die Schreckschusspistole schon bei der Tatortaufnahme gefunden worden. "Weil sie aber mit dem Tathergang nichts zu tun hatte, wurde sie nicht sichergestellt." Bei der Schreckschusspistole handele es sich um eine freikäufliche Waffe, die man zwar zu Hause aufbewahren, aber nicht bei sich tragen dürfe.

Quelle: RP
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