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Mönchengladbach
Traumberuf Altenpfleger

Mönchengladbach: Traumberuf Altenpfleger
Die Ausbildungskoordinatorin Simone Lutter zeigt dem Azubi Timo Zeleznik den Umgang mit einer Aufstehhilfe. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Timo Zeleznik liebt seinen Job. Seit drei Jahren macht er eine Ausbildung zum Altenpfleger bei der Sozial Holding. Sie ist der einzige Träger in Deutschland, bei dem den Auszubildenden eine pädagogische Betreuung zur Seite steht. Von Saskia Nothofer

Altenpfleger ist der Traumjob des 21-jährigen Timo Zeleznik. "Die enge Zusammenarbeit mit Menschen hat mir in Zeiten von Orientierungslosigkeit Bodenhaftung gegeben", sagt er. Vier Jahre ist er bereits in der Altenpflege tätig. Nach seinem Schulabschluss machte er zunächst er ein einjähriges Praktikum, dann schloss er eine Ausbildung zur Fachkraft daran an. Zum 1. September wird Zeleznik seine Ausbildung abschließen.

Während die Theorie an der kbs (Akademie für Gesundheitsberufe) gelehrt wird, lernt Zeleznik die Praxis bei der Sozial Holding der Stadt Mönchengladbach. Er ist einer von derzeit 60 Auszubildenden des Unternehmens, verteilt auf sechs Einrichtungen.

Das Besondere an der Ausbildung hier: Den jungen Menschen steht eine dauerhafte pädagogische Betreuung zur Seite. Ausbildungskoordinatorin Simone Lutter steht den angehenden Pflegekräften bei Problemen oder Sorgen zur Seite, ist erste Ansprechpartnerin, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte. "Diese Art von Stelle gibt es deutschlandweit nur bei der Sozial Holding", sagt Lutter. Seit zwei Jahren füllt sie die Funktion aus. Aber auch in der Praxis hat die Ausbildungskoordinatorin Erfahrung. Sie ist gelernte Pflegefachkraft und studierte anschließend Pflegewissenschaften.

Neben der individuellen Beratung organisiert Lutter regelmäßig sogenannte Praxistransfertage. Dabei können die Auszubildenden ihre Erfahrungen austauschen, Fragen stellen und weitere für die Ausbildung relevante Inhalte lernen.

Der 21-jährige Zeleznik ist froh, dass es die pädagogische Betreuung gibt. "Azubis bleiben oft auf der Strecke, um ihre Belange wird sich nicht gekümmert, sie gelten eher als lästig", sagt er. Bei seiner Ausbildung sei das zum Glück anders.

Und der Beruf als Altenpfleger füllt ihn aus. Jeder Tag sei existenziell und er habe durch den Job gelernt, auch die kleinsten Dinge wertzuschätzen: "Selbst essen zu können, selbst einzukaufen, selbst zu entscheiden, wie man den Tag strukturiert - das macht das Leben aus." Und genau dies will er den Pflegebedürftigen soweit es geht ermöglichen. Wissenschaftliche Studien oder Medienberichte über die Unzufriedenheit der vielen Altenpfleger in Deutschland ignoriert er. "Man muss den Job positiv sehen, dann klappt das auch." Sowieso meint der Azubi, dass die Altenpflege unterschätzt werde: "Es gibt Möglichkeiten ohne Ende, und wir haben die Chance, etwas zu verändern, etwas zu schaffen." So kann man sich beispielsweise in einem Bereich wie Physiotherapie weiterbilden lassen oder in die Wissenschaft gehen, um etwa Pflegewissenschaft oder Pflegepädagogik zu studieren. "Die Pflege ist eine so junge Wissenschaft, hier gibt es eine ganze Menge zu erforschen", bestätigt Lutter. Und auch Zeleznik hat schon Pläne für die Zeit nach seiner Ausbildung. Er möchte an die Universität. Dort aber nicht den klassischen Weg gehen. "Ich habe vor, Social-Media-Management zu studieren", sagt er. So möchte er lernen, wie er die positiven Seiten der Altenpflege am wirksamsten an die Öffentlichkeit tragen kann. Trotzdem möchte er dabei seinem Beruf aber auch treu bleiben. "Ich will dem Job das zurückgeben, was er mir für mein Leben gegeben hat."

Quelle: RP
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