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Mönchengladbach
Türken, Polen und Syrer in Ausländerstatistik vorn

Mönchengladbach. Die Zahl ausländischer Mitbürger in Mönchengladbach ist 2016 um 6000 gestiegen. Die Zahl der Einbürgerungen hingegen blieb gleich. Von Jan Schnettler

Eigentlich wäre jetzt der Zeitpunkt, an dem das Statistische Landesamt IT NRW die neuen Einwohnerzahlen für die Kommunen des Landes herausgibt. Die jüngste für Mönchengladbach vorliegende Zahl stammt vom Stichtag 31. Dezember 2015 - sie lag damals bei 259.996. Doch die nächste Veröffentlichung für den Stichtag 31. Dezember 2016 könnte sich bis Anfang 2018 verzögern. Es gebe infolge zweier statistischer Neuerungen Verzögerungen bei der Software-Erstellung, teilte das Landesamt mit.

Ganz frisch hat es dieser Tage allerdings die Zahlen für die ausländische Bevölkerung zum Stichtag 31. Dezember 2016 vorgelegt. Und die zeigt: Im vergangenen Jahr gab es in Mönchengladbach fast 6000 Ausländer mehr als noch 2015. Genau waren es 43.215, gegenüber 37.297 im Jahr 2015. Angesichts der für jenes Jahr genannten Gesamtbevölkerungszahl lag der Ausländeranteil der Bevölkerung 2015 bei 14,3 Prozent. Für 2016 kann dieser noch nicht berechnet werden, solange die Bevölkerungszahl nicht vorliegt.

Die mit Abstand größte Ausländergruppe in der Stadt bleiben die Türken, auch wenn ihre Zahl (6900 gegenüber 6931) 2016 leicht rückläufig war. Dahinter folgen die Polen (4040), auf Platz drei bereits die Syrer (2960). Ihre Zahl in Mönchengladbach hat sich gegenüber 2015 (1050) nahezu verdreifacht. Rumänen (2425) haben ebenfalls stark zugelegt - 2015 hatte ihre Zahl noch bei 1861 gelegen. Mit vierstelligen Zahlen vertreten sind in Gladbach ferner die Bulgaren (1825), Italiener (1645), Griechen (1615), Spanier (1580), Iraker (1355) und Niederländer (1105). Mehr als verdoppelt hat sich außerdem die Zahl der Afghanen (435 in 2015 auf 925 in 2016).

Nach Kontinenten aufgesplittet, gab es 2016 insgesamt 1765 Europäer mehr in Gladbach als noch 2015. Die Zahl der Afrikaner stieg um 563 (auf nun 2930), die der Asiaten (inklusive Syrien und Libanon) um 3469 auf nun 8745. Die Zahl der Staatenlosen beziehungsweise derer, deren Herkunft ungeklärt ist, kletterte von 231 auf 340. Noch nicht ausgewirkt hat sich 2016 das Thema Brexit: Die Zahl der Bürger aus dem Vereinigten Königreich ist fast gleichgeblieben (608 bzw. 610). Keine nennenswerten Zuwächse gab es aus Russland und der Ukraine. Die kleinste gesondert aufgeführte Bevölkerungsgruppe sind die Zyprioten: Ihre Zahl in Mönchengladbach ging 2016 von sieben auf fünf zurück. 130 US-Amerikaner leben in der Stadt, aber nur 25, die aus Australien inklusive Ozeanien stammen.

Quelle für alle Zahlen ist das Ausländerzentralregister, das beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geführt wird. Ende 2016 lebten nach dessen Angaben 2,5 Millionen Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Nordrhein-Westfalen - 10,7 Prozent mehr als Ende 2015. Dies ist die höchste jemals ermittelte Zahl von ausländischen Mitbürgern in NRW. Die größte ausländische Nationalitätengruppe landesweit stellten Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit (501.000), gefolgt von Personen mit polnischer (210.500) und italienischer Staatsangehörigkeit (139.200) dar. Die höchsten Anteile bei den außereuropäischen Staatsangehörigkeiten hatten Ende 2016 Menschen mit syrischem (174.000), irakischem (72.600) und marokkanischem (38.600) Pass.

Auch die Zahl der Einbürgerungen 2016 hat IT NRW erfasst: 449 Ausländer erhielten demnach die deutsche Staatsbürgerschaft, die meisten davon Türken (66), Iraker (40) und Polen (32). 2015 hatte es 441 Einbürgerungen gegeben, 2014 waren es 469. Diese Zahlen steigen also nicht an. Ein Hinweis noch zu den Einwohnerzahlen: Da die Stadt anhand einer anderen Datengrundlage zählt, lagen die von ihr veröffentlichten Zahlen zuletzt um gut 6500 über denen des Landes.

Quelle: RP
 
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