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Mönchengladbach
"Twittwoch": Wie neue Medien neue Trends setzen

Mönchengladbach. Über die Vor- und Nachteile der sich wandelnden Medienlandschaft informierten Referenten in der KFH. Von Angela Wilms-Adrians

Twittern war ausdrücklich erwünscht, als die IHK zum "Twittwoch" in die KFH geladen hatte. Telegrammartige Kommentare zu den Vorträgen über "Blättern, Bloggen, Twittern - Medien im Wandel" waren nicht nur auf Smartphones, sondern auch auf einer "Twitterwall" für jeden sichtbar. Somit war der jederzeit verfügbare mediale Zugriff begleitend zur komprimierten Informationsdichte über digitale Möglichkeiten und deren Auswirkungen tatsächlich präsent.

Diplompsychologin und Medienexpertin Sabine Haas machte mit Rückblicken auf den früheren Umgang mit Fernseh- und Radio bewusst, wie sehr die rasante Entwicklung der Medienlandschaft den Alltag verändert hat: "Heute plant keiner mehr nach dem Fernsehprogramm. Alle haben ein Smartphone und jederzeit Zugriff auf Medieninformationen." Als Folge nannte sie zeitliche Souveränität, aber auch mangelnde Toleranz, denn jeder wolle alles sofort und passgenau: "Da sind wir geworden wie kleine Kinder." Mit Blick auf Kundenwerbung betonte Haas: "Ich kriege die Leute nur noch mit dem, was sie wollen". Da sei es wichtig, den Kunden zu kennen. Hier hätten kleine Unternehmen Wettbewerbsvorteile, die ihnen oft nicht bewusst seien.

Entgegen düsteren Prophezeiungen zum Aussterben der Printmedien betonte Ralf Jüngermann: "Ich bin überzeugt, dass Fernsehen, Radio und Zeitung im veränderten Format gerade wegen der neuen Medien noch lange leben werden." Der Redaktionsleiter der RP Mönchengladbach nannte Online und Social Media gar einen Segen für die Printmedien: "Mehr Kanäle bedeuten mehr User und einfachere Recherche." Dank Social Media sei über den Austausch mit den Nutzern aus der früheren Einbahnstraße ein "Highway" geworden. Die Informationsflut müsse aufgearbeitet und recherchiert werden, doch das könne nicht jeder: "Die professionelle Bearbeitung von Nachrichten wird an Bedeutung gewinnen."

Achim Hepp, Chief Digital Officer beim Start-up Virado, warb für eine sinnvolle Verknüpfung von Online und Offline: "Ich muss analog kommunizieren, dass ich digital auftrete." Er empfahl, auf Briefpapier und Flyern den Account aufzuführen. Wichtig seien Beurteilungen im Netz. Sollten diese negativ ausfallen, böten sie die nicht zu unterschätzende Möglichkeit, sich über eine professionelle Reaktion von der Konkurrenz abzusetzen.

Gerhard Schröder von Kreative Kommunikations Konzepte GmbH stellte das 360-Grad-Video vor. Es müsse wie eine Theateraufführung geplant werden. Er empfahl: "Heute muss jedes Unternehmen mindestens eine Person haben, die videogen ist."

Quelle: RP
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