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Serie Mäuse, Moos Und Mehr (4/6)
Über Geld spricht man doch

Serie Mäuse, Moos Und Mehr (4/6): Über Geld spricht man doch
Der Schulservice soll grundlegende Kenntnisse und Kompetenzen im Umgang mit Geld, Finanzen und Wirtschaft vermitteln. FOTO: DPA/Franziska Kroak
Mönchengladbach. Die Stadtsparkasse Mönchengladbach unterstützt Schulen bei der Vermittlung ökonomischer Grundkenntnisse mit Materialien, Referenten und Veranstaltungsangeboten. In 43 Klassen und 16 Schulen wird das Angebot angenommen. Von Angela Rietdorf

Die Gymnasiastin, die vor einiger Zeit beklagte, zwar Gedichtanalysen in vier Sprachen schreiben zu können, aber von alltäglichen wirtschaftlichen Grundbegriffen keine Ahnung zu haben, ist nicht in Mönchengladbach zur Schule gegangen. Offensichtlich, denn hier hätte sie in der Schule die Chance gehabt zu lernen, wie man eine Überweisung ausfüllt, einen Kontoauszug liest oder was ein Dispo-Kredit ist. Die Stadtsparkasse Mönchengladbach hat es sich zum Ziel gesetzt, mit ihrem Schulservice jungen Menschen grundlegende Kenntnisse und Kompetenzen im Umgang mit Geld, Finanzen und Wirtschaft zu vermitteln.

Das Angebot kommt an: 43 Klassen aus 16 Schulen aller Schulformen, von der Förderschule bis zum Gymnasium, nehmen an der diesjährigen Aktion "Mäuse, Moos und mehr", einer Kooperation von Stadtsparkasse und Rheinischer Post, teil. Das heißt, die Klassen erhalten übersichtlich und verständlich aufbereitete Materialien zu den Themenbereichen Girokonto, Sparen und Privatkredit. Die Lehrer können außerdem Referenten anfordern, die vorher abgesprochene Themen schülergerecht vermitteln. Von diesem Angebot haben seit Jahresbeginn schon 29 Klassen Gebrauch gemacht.

Und schließlich können die Schüler an einer Veranstaltung teilnehmen, die über Datensicherheit im Netz informiert. Hier ist der Andrang besonders groß; 540 Teilnehmer erwartet die Stadtsparkasse am Donnerstag, 16. Juni. "Dieses Thema interessiert die Jugendlichen sehr", weiß Stephanie Oelers, bei der Stadtsparkasse für den Schulservice zuständig.

Aber auch die anderen Themen stehen hoch im Kurs. "Am beliebtesten sind die Bereiche Girokonto und Konsumentenkredit", erklärt die Schulbeauftragte.

Das ist kein Wunder, denn mit beiden Themenkomplexen haben die Jugendlichen heute früh Kontakt. Sie haben meist ein eigenes Konto und zahlen bevorzugt mit Karte. "Das Konto brauchen sie auch, weil in immer mehr Schulen für das Mensa-Essen mit Karte gezahlt wird", sagt Stephanie Oelers. Und auch mit Konsumentenkrediten haben viele bereits kurz nach Erreichen der Volljährigkeit zu tun. Grund genug für die Finanzexperten, den Schulen unterstützend zur Seite zu stehen und zu vermitteln, welche Kreditarten es gibt, welche Funktionen eine Girokarte eigentlich hat und wie sich Sparen trotz Niedrigzinsen lohnen kann.

Sind die Grundlagen der ökonomischen Bildung gelegt, bildet das Planspiel Börse die nächste Stufe der wirtschaftspädagogischen Angebote bei der Stadtsparkasse. Mehr als 100.000 Teilnehmer jährlich machen das Planspiel Börse schon seit Jahrzehnten zum größten europaweiten Wirtschaftsplanspiel. Hauptsächlich Oberstufenschüler erproben so den Handel mit Wertpapieren. Mit fiktivem Kapital kaufen die Teilnehmer Aktien, beobachten die Börse, beschäftigen sich mit Wirtschaftsnachrichten, stimmen innerhalb ihrer Teams die Strategie ab und präsentieren nach acht Wochen ihr Ergebnis - fiktiv, versteht sich. Im vergangenen Jahr haben 350 Schüler auf diese Weise Erfahrungen gesammelt, Wertpapierkenntnisse erworben und diese praxisgerecht eingesetzt.

Der Schulservice bietet wichtige Bausteine für den Unterricht, bekommt Stephanie Oelers oft zurückgemeldet. "Der Bedarf der Schulen nach Unterstützung in diesem Bereich steigt", stellt sie fest. "Unser Angebot wird als bereichernd wahrgenommen."

Quelle: RP
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