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Mönchengladbach
Umweltzone für Rheydt

Was sich in Umweltzonen ab 2010 ändert
Was sich in Umweltzonen ab 2010 ändert FOTO: ddp
Mönchengladbach. Die Luftmess-Station an der Friedrich-Ebert-Straße hat alarmierend hohe Feinstaub- und Stickstoffdioxinwerte gemessen. Die Bezirksregierung will eine Umweltzone einrichten, die Stadt möchte eigene Ideen entwickeln. Von Inge Schnettler

Dicke Luft an der Friedrich-Ebert-Straße in Rheydt: Bereits 35 Mal hat die Luftmess-Station in diesem Jahr wegen Überschreitung der Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid ausgeschlagen. 35 so genannte Überschreitungstage sind aber im kompletten Jahr maximal erlaubt.

"Da muss natürlich ganz schnell etwas passieren", sagt die Sprecherin der Bezirksregierung, Jennifer Spitzner. Gestern haben sich Vertreter der Landesbehörde, der Stadt und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW zu ersten Beratungen getroffen.

EU will Lösung noch in diesem Jahr

Die Bezirksregierung hat sich angesichts der hohen Messwerte für die Einrichtung einer Umweltzone ausgesprochen. Die Stadt will eine andere Lösung finden. Wie die aussehen wird, ist noch nicht klar. "Sollte die Stadt eine tolle und umsetzbare Idee präsentieren, werden wir sie prüfen. Aus unserer Sicht und nach unserer Erfahrung ist in dieser Situation allerdings die Einrichtung einer Umweltzone am sinnvollsten", so Jennifer Spitzner.

Da gibt es allerdings große Probleme zu lösen. So etwa, wie der enge Zeitplan eingehalten werden kann. Denn die EU schreibt die zügige Einrichtung der Umweltzone – also noch in diesem Jahr – vor. Festgelegt werden muss, wie groß die Zone sein soll, welche Fahrzeuge sie passieren dürfen, ob LKW generell die Durchfahrt verboten wird und welche Maßnahmen zusätzlich ergriffen werden müssen.

Die Mönchengladbacher Grünen haben sich für ein kurzfristig zu verhängendes Durchfahrtsverbot für Lastkraftwagen ausgesprochen. Der Fraktionsvorsitzende und Bezirksvorsteher für den Bereich Süd, Karl Sasserath, sagt: "Diese Grenzwert-Überschreitungen sind alarmierend. Die Friedrich-Ebert-Straße muss dringend so schnell wie möglich entlastet werden."

Rainer Klute, Sprecher der Interessengemeinschaft Friedrich-Ebert-Straße, ist froh, dass nun endlich etwas geschieht: "Es ist zwar noch nicht ganz klar, ob es eine Umweltzone geben wird, aber es ist jetzt Bewegung in der Sache." Er und seine Mitstreiter haben unermüdlich für die Rückkehr der Messstation gekämpft. Die hatte bereits 2009 an gleicher Stelle gestanden, wurde dann abgebaut und Anfang 2011 wieder errichtet. "Es ist eine traurige Tatsache, dass wir mit unseren Befürchtungen recht hatten."

Rainer Klute hält es für möglich, dass neben den Abgasen der Autos auch Feinstaub aus dem Braunkohletagebau für die hohe Luftverschmutzung verantwortlich ist. "Ich gehe davon aus, dass dies bei der Erstellung des Luftreinhalteplans geprüft wird." Er ist froh, dass die Problematik nun allen bewusst ist und ernst genommen wird.

Quelle: RP
 
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