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Mönchengladbach
Unwetterschäden und Hitzeopfer

Mönchengladbach: Unwetterschäden und Hitzeopfer
Starke Windböen wehten Samstagnacht in Speick die Residenz des Jungkönigs um. Außerdem flog ein Bierzelt davon. FOTO: Katja Frings
Mönchengladbach. Beim Konzert am Segelflughafen Wanlo flüchteten 400 Gäste in den Hangar. Beim Borussiaspiel wurden den Rettern viele bewusstlose Menschen gemeldet. Von Gabi Peters und Christian Lingen

Unwetter und Hitze haben Rettungskräfte am Wochenende viele Einsätze beschert. Beim Bundesligaspiel Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen fielen Zuschauer reihenweise um oder waren von der Hitze so geschwächt, dass sie Hilfe brauchten. Das meldet der Maltester Hilfsdienst, der im Stadion im Dauereinsatz war. Schon am Vormittag hatte es eine Wetterwarnung wegen Hitze gegeben. Bei gefühlten 38 Grad sollen schon vor Anpfiff der Bundesliga-Begegnung die ersten Menschen in Ohnmacht gefallen sein. "Ordnungsdienst und Besucher meldeten aus allen Richtungen bewusstlose Personen, die am Boden lagen oder knieten und sich nicht mehr selbstständig weiter bewegen konnten", heißt es auf der Internetseite des Hilfsdienstes.

Ab 17.30 Uhr sei es innerhalb der Nordkurve und im Sanitätsraum I zu einem "Massenanfall" gekommen. "Der Sanitätsraum ist regelrecht gestürmt worden von hilfesuchenden Personen und deren Angehörigen", berichtet einer der Retter nach dem Spiel. Auf der Facebook-Seite von Borussia beklagen einige Zuschauer, dass es im Stadion schon nach kurzer Zeit kein Wasser mehr zu kaufen gab. Aus lauter Not hätten sich einige ihre Becher an den Toiletten-Waschbecken gefüllt.

Viele Kreislauf-Patienten konnten durch Abkühlung und Flüssigkeitszufuhr wieder stabilisiert werden, einige Patienten benötigten Infusionen. Neben den ganzen kreislaufbedingten Notfällen mussten auch Platzwunden behandelt werden. Im Torjubel hatten Zuschauer Becher geworfen und so andere Fußballfans verletzt.

Im Stadion waren am Samstag für den Sanitätsdienst Einheiten von Malteser Hilfsdienst, DRK und Johanniter Unfallhilfe zusammen eingesetzt, um eine entsprechende Anzahl an zusätzlichen Rettungsmitteln im Stadion sicher zu stellen. Nach dem Spiel verlagerten sich die Notfälle dann ins Stadtgebiet. Der Patiententransportzug der Malteser wurde zur Unterstützung des Rettungsdienstes eingebunden.

Trotz ihres Sieges hatten auch Borussia-Spieler unter den hohen Temperaturen gelitten. Oscar Wendt: "Ich komme aus Schweden. Da ist man 35 Grad nicht gewohnt - minus 35 Grad vielleicht."

Der Hitze folgte das Unwetter. Binnen kurzer Zeit zog ein Gewitter mit Starkregen, heftigen Windböen und zum Teil Hagelschauern am späten Samstagabend über das Stadtgebiet. Laut Feuerwehr begann das Unwetter um 23.47 Uhr. Bis zum frühen Sonntagmorgen konnten insgesamt 40 Feuerwehrleute 20 Einsätze abarbeiten. Neben vollgelaufenen Kellern kam es zu nicht passierbaren Straßen aufgrund des Starkregens und heruntergefallenen großen Ästen. Weitere zwölf Gefahrenstellen wurden der Leitstelle der Feuerwehr bis zum Sonntagmittag gemeldet. Infolge der Sturmböen sind Bäume stark beschädigt worden, Äste drohten herabzustürzen ebenso wie lose Dachbauteile. In Speick kippte ein sogenannter Fahnenmast-Igel auf ein Auto und beschädigte es, die Residenz vom Jungkönig stürzte um, das Bierzelt wurde komplett weggeweht. Das Benefizkonzert im Rahmen des Flugtages in Wanlo musste vor dem letzten Lied abgebrochen werden, weil in der Nähe Blitze einschlugen. Die 400 Gäste retteten sich in den Hangar und warteten dort, bis das Unwetter vorbeigezogen war. Menschen wurden laut Feuerwehr nicht verletzt.

Quelle: RP
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