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Mönchengladbach
Vater und Sohn regieren in Neuwerk

Mönchengladbach: Vater und Sohn regieren in Neuwerk
Gut untergestellt war die Reiterei während des Gewitters. Als der Regen aufhörte, konnten die Reiter die Parade bei den Majestäten Wilfried und Björn Rippegarten auf der Liebfrauenstraße anmelden. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Wilfried Rippegarten schoss zur Spätkirmes den Vogel ab und sicherte sich damit das Königsamt in der St.-Barbara-Bruderschaft. Sein Sohn Björn tat es ihm gleich und regiert nun die St.-Maria-Junggesellenbruderschaft. Von Angela Wilms-Adrians

Norbert Post vom Schützenzug der "Heijopeis" strahlte gestern nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche Maria von den Aposteln mit der Sonne um die Wette. "Wenn wir ziehen, bleibt es trocken", stellte er zufrieden fest. Denn es schien, als richteten sich die Wetterkapriolen nach dem Festprogramm zur Frühkirmes in Neuwerk: Bei herrlichem Sonnenschein hatte der Große Zapfenstreich mit Serenade im Krankenhausgarten viele Gäste angelockt und die Kranken erfreut - für Post einer der Höhepunkte im fünftägigen Festprogramm.

Begleitend zum ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Maria von den Aposteln hatte sich ein kurzes Gewitter mit kräftigem Regenguss entladen, pünktlich zum Aufmarsch der St.-Barbara-Bruderschaft Neuwerk von 1497 und St.-Maria-Junggesellenbruderschaft von 1755 schien jedoch schon wieder die Sonne vom Himmel. So konnte manchen Befürchtungen zum Trotz die Reiterei bei den Majestäten Wilfried und Björn Rippegarten die Parade auf der Liebfrauenstraße anmelden.

Mindestens ebenso glücklich wie Norbert Post war Till Hüttenberger, Präses der Junggesellen. Der evangelische Pfarrer hatte mit den Schützen und deren Gästen in der katholischen Kirche den ökumenischen Gottesdienst gefeiert und stellte vergnügt fest: "Das passt doch ins Lutherjahr." Ohnehin ist er überzeugt, dass die Neuwerker Garanten für intensiv gelebte Ökumene sind. Für die von ihm seelsorgerisch betreuten Junggesellen stellte Hüttenberger stolz fest: "Wir sind zwar die kleinste der insgesamt vier Neuwerker Bruderschaften, doch in der Präsenz beim Gottesdienst die besten. Die Jungs sind Schützen und nehmen ihre christlich-sozialen Pflichten das ganze Jahr über ernst".

Selbstverständlicher Teil der Festmesse war die Altarparade, die wiederum Werner Leuschs Herz höherschlagen lässt. "Die Altarparade gibt es nur in Neuwerk und sonst in ganz Deutschland nicht", berichtete er mit Stolz. Nachdenklich stimmt ihn allerdings, dass steigende Auflagen die Organisation der Kirmes erschweren. Der Zylinderträger bedauerte zudem, dass er zu einer kleiner werdenden Gruppierung gehört. "Früher hatten wir in der Honschaft etwa 20 Zylinderträger, heute sind es nur noch vier bis fünf", stellte er nachdenklich fest.

Eine Besonderheit im Kirmesjahr 2017 ist die Regentschaft von Vater und Sohn. Wilfried Rippegarten schoss zur Spätkirmes den Vogel ab und sicherte sich damit das Königsamt in der St.-Barbara-Bruderschaft. Sohn Björn tat es ihm gleich und regiert nun die St.-Maria-Junggesellenbruderschaft. Beide Schützenbrüder sind bekannt durch ihr Engagement bei der Freiwillige Feuerwehr und darüber hinaus verlässliche Helfer im Einsatz für das Gemeinwohl. Unterstützung erfahren sie durch Hans Rippegarten, Vater des einen und Großvater des anderen und schließlich selbst tief verwurzelt in den Neuwerker Bruderschaften.

Am heutigen Montag findet die Große Parade aller vier Neuwerker Bruderschaften in der Liebfrauenstraße statt. Zum historischen Königstanz der St.-Maria-Junggesellenbruderschaft klingt die Frühkirmes aus.

Quelle: RP
 
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