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Rock am Niederrhein
Veranstalter von "Rock am Ring" will ins JHQ

Das waren "Rock am Ring" und "Rock im Park" 2013
Das waren "Rock am Ring" und "Rock im Park" 2013 FOTO: dpa, Thomas Frey
Mönchengladbach. Sie steht für Top-Konzerte und große Festivals: Die Marek Lieberberg Konzertagentur will das JHQ in Mönchengladbach zum Open-Air-Schauplatz entwickeln. Ein Gespräch mit der Stadt gab es. Hockeypark-Chef Michael Hilgers ist irritiert. Von Dieter Weber

Rund 87 000 Musikfans pilgerten im vergangenen Jahr zum Festival "Rock am Ring" in die Eifel. Ebenfalls 2013 campierten auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg beim "Rock im Park" weitere etwa 72 000 Festivalbesucher. Beide Top-Veranstaltungen der deutschen Open-Air-Szene werden von der Marek Lieberberg Konzertagentur organisiert. Diese hat jetzt ein Auge auf das Hauptquartier geworfen und will es zu einer weiteren Top-Adresse der deutschen Open-Air-Schauplätze machen. Gestern trafen sich Vertreter der Frankfurter Konzertagentur mit OB Norbert Bude und Vertretern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Eigentümerin des 420 Hektar großen Geländes zu einem Meinungsaustausch. "Das ist eine sehr spannende Idee. Wir prüfen jetzt alle Details", sagte der OB auf Anfrage.

Nur: Diese "spannende Idee" hatten vor einigen Monaten bereits Hockeypark-Geschäftsführer Micky Hilgers mit seinen Gesellschaftern Michael Lang und Günter Stroinski Stadt, Politik und Bima vorgestellt. Auch damals hieß es: "Eine tolle Sache für die Stadt." Dass mit der Marek Lieberberg Konzertagentur ein finanzkräftiger, einflussreicher und europaweit agierender Konkurrent auf den Plan getreten ist, sorgte bei Hilgers gestern für Irritationen. Obwohl er mit Lieberberg bei Veranstaltungen im Hockeypark häufig zusammenarbeitet, waren weder Hilgers noch seine Gesellschafter eingeweiht. "Das große Interesse von Lieberberg beweist, dass unser Vorschlag richtig gut ist", sagt er, um dann leise hinzuzufügen: "Wir hätten gerne mit am Tisch gesessen. Aber so ist das Geschäft."

Abschied der Briten: Tag der offenen Tür im Hauptquartier FOTO: Reichartz,Hans-Peter

Mit dem Vorstoß von Lieberberg bekommt das Festival-Konzept eine neue Dynamik. Der Konzertagentur-Riese aus Frankfurt organisiert jährlich rund 700 Konzerte und veranstaltete allein im Vorjahr nach eigenen Angaben 50 Open-Air-Konzerte und 18 Stadionshows. Darunter war zum Beispiel auch der grandiose Auftritt der amerikanischen Rockgröße Bruce Springsteen im vergangenen Jahr vor 37 000 Menschen im Borussiapark.

Lieberberg will einen möglichen Festival-Standort im JHQ langfristig nutzen und Vorschläge und Pläne in einem "zeitlich angemessenen Rahmen" vorlegen. Das Hauptquartier biete für große Open-Air-Veranstaltungen "offenbar äußerst gute Voraussetzungen" für ein "enthusiastisches, mehrtägiges Musikerlebnis, erklären die Frankfurter. Die notwendige Infrastruktur sei vorhanden, es gebe ausreichende Park- und Campingflächen nah am Veranstaltungsgelände. Auch die Lage in NRW, die Verkehrsanbindung und die Nähe zu Nachbarländern werden betont. "Wir streben eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen am Projekt Beteiligten an", schreibt Lieberberg.

Das JHQ hat jüngst auch das Interesse des saudi-arabischen Königshauses geweckt: Es prüft, ob auf 60 Hektar ein Vier-Jahreszeiten-Themenpark entstehen kann.

Quelle: RP
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