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Mönchengladbach
Verbraucherzentrale rät: Rollladen runter gegen die Hitze

Mönchengladbach. Manchmal ist Physik einfach: Wenn die Hitze draußen bleibt, schwitzt man drinnen nicht. Dementsprechend ist der wichtigste Tipp, den Friedhelm Glier gegen das Eindringen der sommerlichen Hitze in die Wohnung hat: "Rollladen runter und tagsüber verdunkeln". Optimal seien dafür Außenjalousien, sagt der Energieberater der Verbraucherzentrale. Wenn möglich, könne auch ein Sonnenschirm aufgespannt werden, um das Fenster zu verschatten. "Notfalls ein nasses Tuch von außen vor das Fenster hängen, das hilft durch den Verdunstungseffekt, der die Scheibe kühlt, doppelt", rät Glier. Von Angela Rietdorf

Der Energieberater weiß, wovon er spricht, denn momentan läuft bei der Verbraucherzentrale die von Land und EU geförderte Hitzeschutzaktion, bei der die Energieberater zu den Verbrauchern nach Hause kommen, nach Hitzelecks suchen und auch vor Ort beraten. Dabei geht es natürlich im Allgemeinen um bauliche Maßnahmen, aber ein paar einfache Tipps hat Glier auch parat. Zum Beispiel beim Lüften. "Im Winter reichen zehn Minuten Lüften aus, um die Luft auszutauschen", sagt er. "Aber im Sommer geht es nicht nur um den Luftaustausch. Da muss man nachts einige Stunden lüften, um auch die Wände wieder auskühlen zu lassen." Wer über ein ganzes Haus verfügt, kann dabei den Kamineffekt nutzen: im Erdgeschoss Fenster oder Türen öffnen und im obersten Stockwerk auch, dann zieht die Luft besonders gut durch. Auch rät Glier dazu, nicht noch zusätzlich Hitze zu erzeugen, etwa durch Waschmaschine oder Trockner. Auch Geräte im Standby-Modus sollten komplett ausgeschaltet werden.

Doch bei 35 Grad in einer Dachgeschosswohnung helfen all diese Maßnahmen nur bedingt. Um herauszufinden, was da am besten gemacht werden kann, kommt der Energieberater jetzt auf Wunsch in Häuser und Wohnungen. Im Rahmen der Hitzeschutzaktion kostet ein solcher anderthalbstündiger Besuch mit Thermo-Aufnahmen von innen, Beratung und anschließendem Protokoll 60 Euro. Die Thermobilder zeigen, wo die Hitze in die Wohnung eindringt.

Am wirksamsten gegen Hitze und Kälte ist eine Außendämmung. Auch die Dämmung der obersten Geschossdecke ist sinnvoll. "Gut geeignet sind nachwachsende Dämmmaterialien, die Hitze speichern können", sagt Glier. "Etwa Holzfaserplatten oder Zellulosedämmstoff." Sie nehmen die Hitze auf und geben sie erst phasenverschoben zehn bis zwölf Stunden später in der Kühle der Nacht wieder ab. Von Klimageräten zum Kühlen rät Glier ab. "Die Kompaktgeräte sind sehr laut und nicht effizient. Sie schaufeln zwar warme Luft nach draußen, aber entsprechend strömt warme Luft von außen nach." Splitgeräte, bei denen der Wärmetauscher außen angebracht sei, seien besser.

Wer herausfinden will, was in seinem Haus alles geht, kann im Rahmen der Hitzeschutzaktion einen Termin mit dem Energieberater der Verbraucherzentrale vereinbaren, und zwar unter 0211 33996555.

Quelle: RP
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