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Mönchengladbach
Verurteilt wegen schweren Raubes: Täter muss Schmerzensgeld zahlen

Mönchengladbach. Wegen schweren Raubes hat die Erste Große Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts gestern einen 26-jährigen Neusser zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Angeklagte muss die Strafe nicht verbüßen. Sie wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Raub in Grevenbroich geschah vor fünf Jahren und wurde jetzt vom Gericht als minder schwerer Fall gewertet. Der Betreuer hatte sich für den 26-Jährigen eingesetzt. Der mehrfach vorbestrafte Mann sei zuletzt einmal als Schwarzfahrer aufgefallen und habe sich sonst nichts mehr schulden kommen lassen, so der Betreuer. Von Ingrid Krüger

In der Urteilsbegründung ging der Kammervorsitzende Helmut Hinz noch einmal auf den Fall ein. So war der Angeklagte am 23. Februar 2011 mit zwei Begleitern in eine Wohnung in Grevenbroich eingedrungen. Offenbar wollte sich das Trio bei dem 25-jährigen Bewohner Marihuana beschaffen. So hatte sich das Opfer des Überfalles in seiner Zeugenaussage im Gerichtssaal erinnert. Einer der Täter habe ihn vorher am Handy angerufen: "Kannst du uns Gras besorgen?". Doch das Opfer hatte geantwortet: "Nein, ich habe nichts, ich verkaufe nichts".

Er habe gleich eine Ohrfeige von einem der Eindringlinge erhalten, hatte sich das 25-jährige Opfer beklagt. Einer der Tatbeteiligten habe dann mit einem Messer in der Wohnung gefuchtelt und damit auf den Tisch geschlagen. Deshalb hatte es offenbar keinen Widerstand in der Wohnung gegeben, in der sich neben dem Opfer noch mehrere andere junge Männer aufhielten. So hatte sich der Angeklagte in seiner Aussage erinnert.

Der völlig verängstigte Wohnungsbesitzer hatte an dem Abend vor fünf Jahren sein Portemonnaie aus der Hosentasche geholt. "270 Euro wurden mir gestohlen", hat sich das Opfer im Prozess beschwert. Außerdem wurden damals acht Gramm Marihuana, eine Playstation und zwei Mobil-Telefone mitgenommen.

Am Ende schloss sich die Erste Große Strafkammer der Forderung des Verteidigers an, der für seinen Mandanten um eine bewährungsfähige Freiheitsstrafe gebeten hatte. Das Gericht verkündete für den 26-jährigen Angeklagten zwei Jahre Freiheitsstrafe mit Bewährung und bewertete die Straftat als minder schweren Fall. Allerdings muss der Neusser eine besondere Bewährungsauflage erfüllen. Er muss an das Opfer des Überfalles ein Schmerzensgeld in Höhe von 200 Euro zahlen.

Quelle: RP
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