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Mönchengladbach
"Viele in eins": Die Eltern brauchen Hilfe

Mönchengladbach. Der Beratungsbedarf ist groß. Das Büro, das der Verein "Viele in eins" seit einem halben Jahr an der Eickener Straße 113 betreibt, ist dienstags und donnerstags am Nachmittag jeweils fünf Stunden geöffnet. Aber das reicht längst nicht immer. "Ich glaube manchmal, Williams schläft auch hier", sagt Nayvin Özen, einer der ehrenamtlichen Berater. Williams, das ist Makenda Williams-Mawete, ein gebürtiger Angolaner, der nicht nur Deutsch, sondern auch Portugiesisch, Spanisch, Englisch und Französisch spricht und bei den Flüchtlingen und Migranten aus Afrika nicht nur deshalb großes Vertrauen genießt. Von Angela Rietdorf

Er kann oft Kontakt zu denen herstellen, die aus sprachlichen und kulturellen Gründen in Deutschland isoliert sind. Auch eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Kulturdolmetscher hat der engagierte Helfer vorzuweisen. So gelingt es zum Beispiel schließlich, der jungen Mutter aus Eritrea zu vermitteln, dass sie sich nicht ausschließlich von Hähnchenfleisch ernähren kann, weil sonst dem gestillten Säugling Vitamine fehlen. "Das Baby ist jetzt sechs Monate alt und wieder rundum gesund", freut sich Susanne Gaudeck, die ebenfalls beim Verein "Viele in eins" mitarbeitet, über die erfolgreiche Hilfe und Vermittlung.

Viele Migranten verstehen das deutsche Kita- und Schulsystem nicht, die Schulen versuchen vergeblich, Kontakt zu den Eltern herzustellen. Die Beratungsstelle des Vereins kann oft helfen. "Wir können Kontakte zum Jugendamt vermitteln, begleiten, erklären", sagt Susanne Gaudeck, gelernte Familienpflegerin. "Im Bereich Erziehung besteht ein großer Bedarf an Beratung, Begleitung und Coaching.

Auch Seminare und Vorträge zu Eltern- und Kinderrechten oder dem deutschen Sozialsystem bietet der Verein an. Gefördert wird die Arbeit vom NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales. So kann der Verein die Miete für das Ladenlokal in Eicken zahlen und gegebenenfalls auch Referenten entlohnen. "Wir werden elf Monate lang finanziell vom Land unterstützt", sagt Makenda Williams Mawete. "Wir versuchen aber, die Arbeit dauerhaft weiterzuführen."

Quelle: RP
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