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Mönchengladbach
Viele offene Baustellen bei Glasfaser

Mönchengladbach: Viele offene Baustellen bei Glasfaser
Diese ungesicherte Baustelle vor der Tür von Rudolf Mittwoch in Wickrathberg war eine echte Stolperfalle. FOTO: Rudolf Mittwoch
Mönchengladbach. Turbo-Internet mit langer Leitung: In der Stadt werden viele Baustellen der Deutschen Glasfaser einfach nicht fertig. Weil Arbeiten nicht fachgerecht erledigt wurden, erteilte die Mags Aufbruchstopps. In Neuss sieht es ähnlich aus. Von Gabi Peters

Baulöcher, die auch nachts nicht gesichert und nicht beleuchtet sind, Bordsteine, die zentimeterweit überstehen, Gehwegplatten, die kaputt eingebaut werden... In Mönchengladbach häufen sich Bürgerbeschwerden über Tiefbauarbeiten, die die Deutsche Glasfaser in Auftrag gegeben hat.

Rudolf Mittwoch aus Wickrathberg hatte beispielsweise so eine ungesicherte Baustelle vor der Tür - und das wochenlang. Kabel und Sandberge hätten herumgelegen, die sich vor allem in der Nacht zu gefährlichen Stolperfallen entwickelten. Schon im März habe er sich beschwert, Mitte Mai hätte sich die Situation immer noch nicht verbessert, sagt er. Erst nachdem sich die Stadttochter Mags einschaltete, wurde die Stelle gesichert. Verena Esser aus Wickrath hatte sich über große Ritzen, abgestoßene Kanten, Bruchstücke und zu hoch verlegte Steine im Bürgersteig beschwert. Einiges sei korrigiert worden. "Die abgebrochenen Platten seien aber schon vorher kaputt gewesen", habe ihr ein Arbeiter auf Anfrage erklärt.

Auch in Wickrath gab es Mängel bei den Tiefbauarbeiten für die Deutsche Glasfaser. FOTO: Verena Esser

Die Mags ist ebenfalls nicht zufrieden mit den Ausführungen der von der Deutschen Glasfaser beauftragten Unternehmen. Sie erteilte bereits im März einen Aufbruchstopp. Will heißen: So lange die begonnenen Baustellen nicht fachgerecht erledigt sind, dürfen keine neuen angefangen werden. In einem Gespräch hatte die Deutsche Glasfaser eine ordentliche Wiederherstellung der bisherigen Aufgrabungen zugesichert, sagt Mags-Sprecherin Anne Peters-Dresen. Vereinbart worden seien folgende Abnahmetermine: Sasserath und Buchholz in April, Herrath, Beckrath, Wickrathberg und Wanlo im Mai und Wickrathhahn im Juni. Die Deutsche Glasfaser habe damals zugesagt, fachlich einwandfreie Leistungen zu erbringen. Doch die diese Fristen seien zum Teil nicht eingehalten worden.

Anne Peters-Dresen: "Es ist weiter so, dass Mags keine Folgegenehmigungen für neue Aufbrüche erteilt, bis bereits durchgeführte Maßnahmen abgenommen sind. Das bedeutet keinen generellen Baustopp für Mönchengladbach, sondern: Bevor die gemeinsam vereinbarten Nachbesserungsarbeiten in den Stadtteilen nicht fachgerecht ausgeführt und von der Mags abgenommen sind, wird es keine Folgegenehmigungen für Aufbrüche geben." Und: "Der Mags-Vorstand wird den Vorstand der Deutschen Glasfaser anschreiben und auffordern, abgesprochene Maßnahmen fach- und fristgerecht nunmehr unverzüglich durchzuführen."

Und nicht nur in Mönchengladbach gibt es Probleme. In Neuss wurde der Deutschen Glasfaser ebenfalls ein Aufbruchstopp erteilt. Auch dort waren Tiefbauarbeiten nicht fachgerecht erledigt worden. Auch dort gab und gibt es zahlreiche Bürgerbeschwerden. Ähnliches gilt für Grevenbroich.

"Wir haben uns mit der Stadt Mönchengladbach über den phasenweisen Ausbau abgestimmt und die ersten dreizehn Gebiete sind bereits ans Netz gegangen. Darunter auch vier Gewerbegebiete. Da jeder Haushalt mit einer eigenen Glasfaserleitung versorgt wird, sind Aufwand und Kosten der Bauarbeiten enorm", erklärt Unternehmenssprecherin Gerda Meppelink gegenüber unserer Zeitung. Einzelne Baugruben in den Straßenrandbereichen könnten aus technischen Gründen erst bei der Fertigstellung des Teilausbaugebietes geschlossen werden. "Das irritiert und nervt Anwohner verständlicherweise. Und natürlich sind Baustellen immer unangenehm, das wissen wir. Bei so einem Projekt sind sie aber leider unumgänglich, und wir hoffen auf das Verständnis der Bürger mit dem Ziel vor Augen, sich später über die schnelle Datenleitung zu freuen", sagt Meppelink.

Mit der Stadt Mönchengladbach hat die Deutsche Glasfaser nach Unternehmensangaben eine vertragliche Vereinbarung geschlossen über den schrittweisen Glasfaserausbau von rund 8600 Haushalten und Firmen. Laut Sprecherin liege man in Gladbach im geplanten Zeitfenster.

Quelle: RP
 
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