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Mönchengladbach
Vier E-Busse sollen ab 2019 fahren

Mönchengladbach: Vier E-Busse sollen ab 2019 fahren
Dieser Elektrobus in Krakau wird über das Dach aufgeladen. Welche Technik in Mönchengladbach eingesetzt werden soll, ist offen. FOTO: Konrad Krajewski / Shutterstock.com
Mönchengladbach. Das E-Bus-Projekt der NEW wird drei Millionen Euro kosten und etwa zur Hälfte gefördert. Vier Busse mit Elektro-Antrieb sollen zwischen der Innenstadt und Venn unterwegs sein. Die Stadt lässt einen Masterplan Elektromobilität erstellen. Von Andreas Gruhn

In einem Jahr sollen in Mönchengladbach vier Linienbusse mit Elektroantrieb fahren. Die Linie 033, die von Eicken über die Innenstadt und Waldhausen nach Venn führt, soll nach dem Wunsch der NEW ab dem Jahreswechsel 2018/19 mit E-Bussen bedient werden. Das sagten NEW-Vorstand Armin Marx und Wolfgang Opdenbusch, Geschäftsführer der für den Verkehrsbetrieb zuständigen Tochter des Versorgers, unserer Redaktion. Die Voraussetzung dafür, nämlich eine kräftige Geldspritze, ist vom VRR zugesagt. Mit Geld vom Bund und Land soll das Gladbacher E-Bus-Projekt gefördert werden. Die Gesamtinvestition für die Anschaffung der Busse und den Bau der Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof an der Rheinstraße soll rund drei Millionen Euro kosten. Etwa die Hälfte davon wird gefördert, den Rest muss die NEW selbst aufbringen.

"Wir bereiten jetzt die Ausschreibungen vor und wollen im ersten Quartal dieses Jahres mit Verhandlungen mit Busanbietern starten", sagt Opdenbusch. Vier E-Busse mit einer Länge von zwölf Metern (also keine Gelenkbusse) sollen angeschafft werden. Mehr Vorgaben, etwa über die Ladetechnik, werden nicht gemacht. Denn es gibt unterschiede: Durchaus verbreitet ist die Ladung der Busbatterien über einen Arm über dem Dach, aber es gibt auch Steckerlösungen oder Induktionsladungen. Die ersten Arbeiten auf dem NEW-Gelände sind angelaufen: Dort wird Starkstrom verlegt zur künftigen Ladestation für die Busse. Die Fahrzeuge sollen ausschließlich nachts geladen werden. "Sonst müssten wir noch eine Ladeinfrastruktur im Netz aufbauen", sagt Opdenbusch. "Erst wenn dieser Test erfolgreich sein sollte, werden wir darüber nachdenken."

Die Kosten für den Kauf eines Elektrobusses sind gewaltig. Für einen normalen Solobus werden bis zu 600.000 Euro fällig. Ein vergleichbares Modell mit Dieselantrieb kostet zwischen 200.000 und 230.000 Euro. Diese Preisdifferenz wird zu 60 Prozent gefördert. Der Bau von Werkstatt und Ladeinfrastruktur auf dem Werksgelände wird zu 90 Prozent unterstützt.

Die Wahl fiel auf die Linie 033, weil die einerseits durch die City führt und andererseits eine vergleichsweise geringe Kilometerleistung hat. Auch bisher wird die Linie von vier Fahrzeugen bedient. Die NEW will mit dieser Pilotlinie Erfahrungen sammeln für einen eventuellen weiteren Ausbau der Elektromobilität im Nahverkehr. "Bei der Reichweite streben wir 200 Kilometer an. Wir wollen testen, wie realistisch das ist", sagt Opdenbusch. Wie wirkt sich extreme Hitze oder Kälte auf die Ladefähigkeit der Batterien aus? Verringert eine Steigung wie die Hindenburgstraße die Leistung? Was passiert, wenn im Winter die Heizung im Bus auf vollen Touren läuft? Und wie funktioniert das eigentlich mit einem Bus, der nahezu geräuschlos unterwegs ist, wenn doch die Fußgänger sonst vom lauten Motor rechtzeitig "gewarnt" werden?

Vier E-Busse sollen in Mönchengladbach aber nur der Anfang sein. Denn die Stadt will jetzt von externen Experten einen Masterplan Elektromobilität erarbeiten lassen. Dafür hat sie vom Bundesverkehrsministerium eine Förderzusage über 230.000 Euro bekommen. Innerhalb der kommenden sieben Monate soll ein "Green City Plan" erstellt werden, der unter anderem eine Strategie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für das gesamte Stadtgebiet und zur Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs entwickeln soll. Das Geld kommt vom Bund und der Automobilindustrie.

Mönchengladbach gehört zu den Großstädten, denen ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge droht. An der Messstelle Aachener Straße wurde im Jahr 2016 der vorgeschriebene Jahresmittelwert von 40 Nanogramm Stickoxid um zehn Prozent überschritten. Daraufhin drohte die Deutsche Umwelt-Hilfe (DUH) mit einer Klage, um ein Diesel-Fahrverbot durchzusetzen.

Quelle: RP
 
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