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Mönchengladbach
Vier junge Menschen mit Handicap ziehen in WG ein

Mönchengladbach. Die Lebenshilfe feierte an ihrem 50. Geburtstag die Eröffnung einer neuen Wohngemeinschaft am Wickrather Ringofen. Von Sebastian Eußem

Einzig die Türklingel erinnert an den nun ehemaligen Zweck des Einfamilienhauses am Ringofen in Wickrath. "Verwaltung" steht auf einem Schild. Doch ab Juni wird in diesem Haus nicht mehr Papierkram erledigt und verwaltet: Hier kehrt Leben ein. Denn nach langjährigen Arbeiten am Haus bietet man Menschen mit Handicap eine Chance zum selbstständigen Leben. Vier junge Erwachsene werden in den nächsten Monaten in die Wohneinheit mit dem "Betreuten-Wohnen-Plus"-Konzept einziehen. Dieser Wohnort soll ambulante Behandlung und selbstständiges Wohnen vereinbaren.

Mit Hilfe des Landschaftsverbandes wurde das Haus in eine behindertengerechte Wohneinheit umgebaut. Diese beinhaltet beispielsweise den Umbau der vorhandenen Waschräume oder die Installierung von Fenstern in jedem Raum, wie es der Gesetzgeber vorsieht.

Noch steht die Wohnung leer: Die beiden jungen Erwachsenen Kevin und Yannick, die die ersten neuen Bewohner in der besonderen Wohngemeinschaft sein werden, dürfen sich ihre Räume in den nächsten Wochen einrichten. Die ersten Einweihungsgeschenke konnten die beiden jungen Männer bereits in Empfang nehmen: Zur feierlichen Eröffnung der WG überreichte Sozialdezernentin Dörte Schall als symbolischen Akt Salz und Brot an die beiden neuen WG-Bewohner, sowie an den Koordinator des "BeWo+", Ralph Bemba. Schall nutzte dabei die Gelegenheit, der Lebenshilfe zum 50. Geburtstag in diesem Jahr zu gratulieren: "In diesen 50 Jahren hat sich die Arbeit mit behinderten Menschen unglaublich nach vorne entwickelt. Damit hätte man früher nicht gerechnet."

Ralph Bemba hat das Projekt mit der inklusiven Wohngemeinschaft mitgestaltet. Für ihn bedeutet der Ringofen "ein Angebot für die Stadt, das es bislang kaum gibt. Wir geben Menschen mit Handicap die Möglichkeit, selbstständig zu leben und sich weiter zu entwickeln." Es erweitere das bestehende Angebot der inklusiven Angebote in der Stadt: Dazu gehören das Freitagscafé an der Bödikerstraße und der inklusive Borussen-Fanclub "LebensRaute", der nun offiziell eingetragen ist. Für die Wickrather Wohngemeinschaft wünsche er sich eins: "Dass Pfleger und Bewohner eine Einheit werden, wir viele neue Dinge am anderen entdecken und der Mensch im Vordergrund steht."

Quelle: RP
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