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Mönchengladbach
Villen am Bunten Garten weichen Neubau

Mönchengladbach: Villen am Bunten Garten weichen Neubau
FOTO: Reinhardt Sindermann
Mönchengladbach. Ein kasachischer Investor baut an der Beethovenstraße ein Wohnhaus - zum Ärger einiger Nachbarn. Von Andreas Gruhn

Der Bunte Garten erhält an exponierter Stelle ein neues Entree: In den kommenden Monaten werden zwei direkt nebeneinander gelegene Villen an der Beethoven Straße, Ecke Bettrather Straße abgerissen, um an der Stelle ein neues Wohn- und Bürohaus zu bauen. Die Stadt hat die entsprechenden Abriss- und Baugenehmigungen erteilt. Geplant ist der Neubau eines Wohnhauses mit Tiefgaragen, drei Geschossen und darüber liegendem Penthouse. Bauherr ist die kasachische Versicherungsgesellschaft Eurasia AG, die in dem Neubau ihren Deutschland-Stützpunkt einrichten will. Im Erdgeschoss sollen Büroarbeitsplätze für gut 20 Mitarbeiter entstehen, die Wohnungen darüber sollen ebenfalls von Angestellten bewohnt werden.

"Wir haben bewusst Mönchengladbach gewählt, weil ein gutes Netzwerk an Partnern in dieser Stadt besteht", sagt Alexey Sosnovskiy von der Eurasia AG. "Diese Stadt entwickelt sich sehr schnell, und das spielt für uns eine Rolle." Bei der Eurasia AG handelt es sich um eine Versicherungsgesellschaft, die etwa private Krankenversicherungen, aber auch Rückversicherungen von Risiken deutscher Versicherungen übernimmt.

Der Entwurf des Neubaus (li.), für den zwei Villen an der Beethovenstraße weichen müssen. FOTO: ARchitekt Sindermann / Foto: Detlef Ilgner

Die Pläne für Neubau und Abriss sorgen wiederum für Unverständnis in Teilen der Nachbarschaft. Der Charakter der Ecke Beethovenstraße, Bettrather Straße werde auf diese Weise zerstört, ohne dass nachbarschaftliche Interessen ausreichend berücksichtigt worden wären und es keine ordnungsgemäße öffentlich-rechtliche Prüfung gegeben habe, beklagt Lothar Knobel. Die Baugenehmigung hätte nicht erteilt werden dürfen, zumal der Neubau von den benachbarten Häusern abweicht. Das sieht die Stadt anders. Weil es für dieses Areal keinen Bebauungsplan gebe und die beiden Villen auch nicht unter Denkmalschutz stünden, habe sie keinen Ermessensspielraum, hieß es - wenn sich der Neubau in die Umgebung einfügt. Und dies sei der Fall, da auf der gegenüber liegenden Straßenseite mehrere ähnliche Gebäude stehen, für die es auch einen entsprechenden Bebauungsplan gibt. Darauf weist Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners in einem Schreiben hin, der den Vorgang vorher von Baudezernent Gregor Bonin hat prüfen lassen.

Der Gladbacher Architekt Reinhardt Sindermann, der den Bau geplant hat, kann den Ärger nicht nachvollziehen: "Der Neubau muss sich in die Umgebung einfügen, und er fügt sich perfekt ein." Er sei 60 Zentimeter niedriger, zurückhaltend, offen und hell und werde näher an die Bettrather Straße versetzt. Überdies sei man in gutem Einvernehmen mit den direkt angrenzenden Nachbarn. "Für uns ist es sehr wichtig, dass alle unsere direkten Nachbarn zufrieden sind", sagt Sosnovskiy. "Wir haben ihre Interessen bei der Planung berücksichtigt."

Quelle: RP
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