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Mönchengladbach
Volksbank will mit Erkelenz fusionieren

Mönchengladbach: Volksbank will mit Erkelenz fusionieren
Die Zentrale der Mönchengladbacher Volksbank ist an der Senefelderstraße in Neuwerk angesiedelt. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Mit einer Bilanzsumme von 1,8 Milliarden Euro entstünde eine der größten Genossenschaftsbanken der Region. Die Sondierung dafür hat begonnen. 2017 soll die Fusion umgesetzt werden. Und: Es dürfte nicht die letzte sein. Von Ralf Jüngermann

Volksbank-Vorstand Franz-Dierk Meurers macht genau dort weiter, wo sein Vorgänger Lothar Erbers aufgehört hat: Er fusioniert. Und die Volksbank wächst und wächst und wächst. Und zwar auf die Größe, die es heute zwingend braucht, um im Bankenmarkt zu bestehen. Die Volksbank, die einst in Neuwerk und Bettrath klein anfing, dann nach und nach um Holt, Lürrip, Rheindahlen, Wickrath, Wanlo, Hochneukirch und schließlich um Willich wuchs, scheint also den nächsten Partner gefunden zu haben.

Und das ist nicht der, mit dem die meisten gerechnet hatten. Dass die Gladbacher Bank und die Volksbank trotz etlicher Versuche nicht zusammenfinden, hatte sich schon länger abgezeichnet. Das Verschmelzen ihrer Aktiengesellschaft mit einer Genossenschaft stellte sich vor allem für die Gladbacher Bank als zu schwierig heraus. Danach hatten die meisten Experten auf Viersen als Partner für Mönchengladbach gesetzt. Nun wird es also - aller Voraussicht nach - Erkelenz. Mit der Bank hatten die Gladbacher vor einigen Jahren schon mal zusammengesessen. Damals noch ergebnislos.

Zwar sind noch etliche spannende Fragen zu klären. So wird es in den Fusionsgesprächen in den kommenden Monaten um die Struktur, die Zahl der Vorstände, den Namen und den Verwaltungssitz gehen (die Erkelenzer haben gerade erst neu gebaut). Doch niemand aus den beiden Vorständen und Aufsichtsräten, die sich einstimmig für die Sondierungsgespräche ausgesprochen haben, rechnet wohl ernstlich damit, dass die Fusion scheitern könnte.

Dieses Zusammengehen wäre auch für die wahrlich fusionserfahrenen Gladbacher ein Novum. Denn diesmal begegnen sich zwei künftige Partner mehr oder weniger auf Augenhöhe. Beide Banken sind nach Umsatz und Zahl der Mitarbeiter ähnlich groß. Das Einzugsgebiet der Erkelenzer schließt Hückelhoven, Wassenberg, Wegberg, Linnich und Elmpt ein. Entstehen würde eine Bank mit einem Bilanzvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro. In der traditionell eher kleinteiligen Volksbank-Welt ist das schon ein echtes Pfund und mehr, als beispielsweise die Volksbank Krefeld aufweist.

Es ist aber auch die Größe, die es inzwischen mindestens braucht, um zu bestehen. Seit einigen Jahren ächzen die kleineren Banken unter der Regulatorik aus Brüssel, müssen eine Reihe hoch qualifizierter Mitarbeiter bereithalten, allein um den Anforderungen zur Dokumentation der EU zu genügen. Dazu ändert sich auch bei den Banken durch die Digitalisierung das Geschäftsmodell grundlegend. Immer mehr Kunden wollen ihre Geschäfte online erledigen, was es wirtschaftlich immer weniger sinnvoll macht, ein dichtes Filialnetz zu unterhalten. Das ist aber gleichzeitig Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Großbanken. Und schließlich schmilzt das dauerhaft extrem niedrige Zinsniveau die Gewinne aller Banken ab.

Beide Banken gehorchen indes nicht der Not, sondern der Tugend. Sie sind gut aufgestellt. Die Mönchengladbacher Volksbank hat ihren Vorstand zuletzt von drei auf zwei verkleinert. Franz-Dierk Meurers und Otmar Tibes führen die Geschäfte. Und auch den schmerzhaften Schnitt ins Filialnetz, den alle Regionalbanken gerade tun, hat die Volksbank im Sommer hinter sich gebracht.

In der Volksbank-Welt wird man die Fusionspläne sehr aufmerksam verfolgen. Und das nicht nur, weil die Stimme des Erkelenzer Vorstands Veit Luxem Gewicht hat. Er ist Vorsitzender des Verbandsrats des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Sondern auch, weil in diesen Zeiten eh jeder mit jedem spricht. Grevenbroich, Meerbusch, Kaarst, Kempen und Viersen sind weiter eigenständig. Vorerst. Sollte die Fusion von Mönchengladbach und Erkelenz gelingen, ist eines sicher: Es wird nicht die letzte gewesen sein.

Quelle: RP
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