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Mönchengladbach
Volksverein braucht Lkw-Fahrer und plant Projekte für Flüchtlinge

Mönchengladbach. Die Geschäftsführung stellte gestern die Jahresbilanz 2014 vor. Trotz geringerer öffentlicher Zuschüsse wurde ein Plus von 36 000 Euro erwirtschaftet. Von Laura Schameitat

Auf eine Zahl in ihrem Geschäftsbericht sind Hermann-Josef Kronen und seine Mitstreiter Wilfried Reiners und Matthias Merbecks besonders stolz: die 34. So hoch war nämlich - in Prozent - die Vermittlungsquote der arbeitslosen Teilnehmer aus den Volksverein-Maßnahmen in ein Arbeitsverhältnis. Das ist der bisherige Rekord für den Verein, der sich für die Bildung, Beratung und Beschäftigung von Arbeitslosen einsetzt. In den Jahren davor hatte diese Quote meist um die 20 Prozent gelegen.

Doch nicht nur das war im vergangenen Jahr positiv für den Volksverein: Nach der Verrechnung aller Erlöse und Kosten blieb unterm Strich ein Plus von rund 36 000 Euro. "Und das obwohl die öffentlichen Zuschüsse in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken sind. Sie machen mittlerweile nur noch 35 Prozent unseres Haushaltes aus", sagte Wilfried Reiners. Im Gegenzug konnten aber die Umsätze in den Second-Hand-Läden des Volksvereins gesteigert werden.

Langfristig ergibt sich aus der Abholung von Gebrauchtmöbeln und der Wohnungsauflösung bei Privatpersonen allerdings ein Problem. "Es gibt nur noch sehr wenige Teilnehmer in unseren Maßnahmen, die einen Lkw-Führerschein für einen 7,5-Tonner haben", berichtet Hermann-Josef Kronen. Denn der Auto-Führerschein Klasse B gilt mittlerweile nur noch für 3,5-Tonner. Der Volksverein musste deshalb nun einen hauptamtlichen Fahrer einstellen. "Ansonsten haben wir hier drei Lkw stehen, die keiner fährt und können unsere Termine nicht einhalten", so Kronen.

In Zukunft will sich der Volksverein verstärkt den Flüchtlingen in der Stadt zuwenden. Dafür seien verschiedene Projekte in Planung, so die Geschäftsführung. Zum einen ein Arbeitsprojekt gemeinsam mit Flüchtlingen, zum anderen soll den Asylbewerbern in den Second-Hand-Läden ein besonders günstiger Einkauf ermöglicht werden. Bei einem gemeinsamen Nachbarschaftsfest mit der Unterbringung im Luisental sei zudem die Idee entstanden, die Küche des Volksvereins an der Geistenbecker Straße in Zukunft regelmäßig für Flüchtlinge zu öffnen und gemeinsam zu kochen. "Das Thema beschäftigt uns schon lange. Seit vier Jahren gibt der Volksverein bereits Deutschkurse für Flüchtlinge in Rheindahlen", sagt Kronen.

Quelle: RP
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