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Mönchengladbach
Vom Zeichenbrett zum Anlagenbauer

Mönchengladbach: Vom Zeichenbrett zum Anlagenbauer
FOTO: Picasa
Mönchengladbach. Als Projektbüro gestartet, hat sich Engineering Dobersek zum Generalunternehmer für Anlagenin Bergbau und Metallurgie entwickelt. Im Mai beginnt der Neubau der Zentrale im Nordpark. Von Jan Schnettler

Kein Kapital, ein bisschen Projektarbeit an drei Zeichenbrettern - als Albin Dobersek sein Unternehmen 1983 gründete, fing er bei Null an. Heute ist er deutlich weiter. So weit, dass er nun zu der hochrangigen Delegation gehörte, die Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf dessen Dienstreise durch Zentralasien begleitete. "Ich habe in all den Jahren noch nie eine so gut organisierte Reise erlebt", sagt Dobersek. Und gelohnt habe sie sich obendrein: "Diese Woche sprechen wir bereits über einen weiteren Auftrag in Zentralasien."

Usbekistan, Kirgistan, Tadschikistan - es sind die rohstoffreichen ehemaligen GUS-Staaten, in denen sich Engineering Dobersek einen guten Namen erarbeitet hat und folglich einen Gutteil seiner Geschäfte macht. Gestartet als Projektbüro und Komponentenlieferant, hat sich das Unternehmen mit durchaus ungewöhnlichem Sitz in einem Hardter Wohngebiet zum Generalunternehmer entwickelt, der schlüsselfertige Anlagen sowie Komponenten plant, konstruiert, in Betrieb nimmt und betreut. Und das in den verschiedensten Bereichen.

Bergbau und Metallurgie etwa. Als Beispiel nennt Michael Dobersek, Referent der Geschäftsführung, das größte Projekt der Unternehmensgeschichte - den Bau einer Kupferhütte mitsamt Modernisierung einer Bleihütte in Kasachstan. Auch Bergrückfüllungen, Kohle-, Gold und Erzaufbereitung sowie der Abbau von Diamanten sind im Portfolio. Zweiter Bereich ist die Wasseraufbereitung, der dritte Chemie- und Sonderanlagen (etwa zur Phosphataufbereitung und zur Düngemittelherstellung). Und schließlich ist Engineering Dobersek in der Energie- und Umwelttechnik aktiv: Müllverbrennungsanlagen, Asche- und Schlackeentsorgung sowie die Rauchreinigung von Kraftwerken fallen darunter.

"Wir tun dies, indem wir versuchen, europäische Umweltstandards in die ehemaligen GUS-Staaten zu bringen", sagt Michael Dobersek. Und: "Wir versuchen, dort auf wirtschaftliche Weise ökologische Probleme zu lösen." Ein aktuelles Beispiel ist die Modernisierung eines Zementwerks in Turkmenistan, ein Land, aus dem Engineering Dobersek erstmals einen Auftrag bekam. "Durch unsere Anlage werden der Schadstoffgehalt der Abgase des Werks signifikant reduziert und dadurch die Qualität der Luft in der näheren Umgebung des Werks spürbar verbessert." Eine Reduzierung von Schadstoffkomponenten um bis zu 67 Prozent sei keine Seltenheit. Etwa, indem man sich bemüht, in Zyklen zu arbeiten. Ein vereinfachtes Beispiel: Aus Rauchgasen aus Kohlekraftwerken kann man Schwefelsäure machen. Mit dem eigenen Phosphatmehl vermischt, wird daraus wiederum Dünger.

Anfangs wuchs Engineering Dobersek sehr schnell - weil die Technik in den ehemaligen GUS-Staaten veraltet war, die Wirtschaft am Boden lag. Und weil das Gütesiegel "Made in Germany" einen Vertrauensvorschuss bedeutete. "Die erste Anlage lieferten wir für sechs Monate kostenlos an das russische Bergbaukombinat Norilsk Nickel, nach dem Motto: Wenn sie hält, was wir versprechen, dann bezahlt ihr für sie", sagt Albin Dobersek, dessen Familie slowenische Wurzeln hat. Das Wagnis ging auf, es kam zu größeren Folgeaufträgen. "Gute Technologie, gute Umweltaspekte, gute Preise" - so fasst er das Unternehmenscredo zusammen.

240 Mitarbeiter arbeiten für Dobersek in Hardt (Ingenieurs-Anteil: 52 Prozent), in Joint Ventures und Niederlassungen im Ausland weitere 250. "Wir wollen weiter wachsen und platzen aus allen Nähten", sagt Michael Dobersek. Darum soll der Neubau im Nordpark in Kürze realisiert werden. Das 19.400-Quadratmeter-Grundstück an der Ecke Hennes-Weisweiler-Allee/Helmut-Grashoff-Straße kaufte man 2008, aus diversen Gründen verzögerte sich die Umsetzung. 400 Mitarbeiter sollen in der repräsentativen Zentrale Platz haben, gebaut wird nach Plänen von Burkhard Schrammen. Der Spatenstich ist für Mai vorgesehen, der Bau soll zwei Jahre dauern.

Quelle: RP
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