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Mönchengladbach
Von der Kneipe zum Schmuckatelier

Mönchengladbach: Von der Kneipe zum Schmuckatelier
Rahel Steffens in ihrem Geschäft. Hinten hat die Schmuckdesignerin ihre Werkstatt, vorne ist der Verkaufsraum. Die Ständer, auf denen der Schmuck ausgestellt ist, hat ihr Freund selbst geschweißt. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Rahel Steffens hat sich nach ihrem Studium an der Hochschule Niederrhein mit einem Laden für Schmuck, Accessoires und Kleidung selbstständig gemacht. Dafür hat sie eine alte Gaststätte an der Waldhausener Straße kernsaniert. Von Laura Schameitat

Schutt, freiliegende Rohre, vergilbte Tapete - und überall dieser beißende Nikotingestank. Der erste Eindruck, den Rahel Steffens von ihrem zukünftigen Ladenlokal hatte, war katastrophal. Jahrelang hatte die ehemalige Kneipe Xanadu an der Waldhausener Straße leer gestanden, das Haus wurde allmählich zur Ruine. Steffens ließ sich davon jedoch nicht abschrecken. Sie sah das Potenzial des großen Raumes im Erdgeschoss und unterschrieb einen Mietvertrag.

Das war im Jahr 2013. Heute ist der Raum kaum wiederzuerkennen. Steffens hat alles in Eigenarbeit saniert und renoviert. Das einzige, was blieb, ist die große Theke in der Mitte. "Die wollte ich unbedingt behalten, sie macht den Raum einzigartig", sagt die Ladeninhaberin. Das alte Stück erstrahlt nun abgeschliffen und neu lackiert in schwarz-weiß.

In der ehemaligen Kneipe verkauft die Absolventin des Design-Studiengangs an der Hochschule Niederrhein nun ihren ausgefallenen Schmuck, Accessoires und Kleidung unter dem Namen "Mingesh". Mingesh, das sind afrikanische Götter, mit denen sich Steffens in ihrer Diplomarbeit beschäftigte. "Der Name ist so klangvoll, dass ich ihn einfach für meinen Laden übernehmen musste", sagt die 33-Jährige.

Vor dem Studium hat Steffens schon eine Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht. Die kommt ihr nun zugute. "Ich konnte meine Flyer und meine Werbung komplett selber gestalten", sagt sie. Die Ausstattung für ihr Geschäft hat sie sich zusammengesucht. Manches ist vom Schrottplatz, anderes wollten Freunde eigentlich auf den Sperrmüll schmeißen.

Steffens' Schmuck ist groß, auffällig, außergewöhnlich. Manches wirkt afrikanisch mit großen Holzperlen, Leder und Natursteinen, anderes wirkt eher asiatisch. Gedeckte Farben wie braun oder schwarz überwiegen in dem großen Raum mit der Theke in der Mitte. "Jedes Stück ist ein Unikat", sagt Steffens.

Ihre Kleidung, vor allem Seidenkleider, bedruckt sie mit der japanischen Shibori-Technik. "Ich nenne das immer Batiken de luxe", sagt Steffens lachend. Damit meint sie, dass die Muster bei dieser Form nicht wie beim Batiken rein zufällig entstehen, sondern ganz gezielt gewählt werden können. Neben den ausgestellten Exemplaren fertigt Steffens auch Teile auf Wunsch an. "Kunden können beispielsweise mit einem Stoff vorbeikommen und ihn von mir bedrucken lassen oder aber mir einen Stein oder ein Material geben, aus dem ich dann eine Kette oder ein anderes Schmuckstück mache."

In Zukunft will Steffens in ihrem Geschäft auch Workshops anbieten. Kunden sollen so die Möglichkeit bekommen, die Shibori-Technik oder aber auch Airbrush-Techniken zu erlernen. "Dafür eignet sich die Theke ganz optimal. Ich kann dahinter stehen und erklären und meine Kunden sitzen um mich herum", sagt die Inhaberin.

Das Geschäft ist an der Waldhausener Straße 86. Die Öffnungszeiten sind: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 11.30 bis 15 Uhr und von 16 bis 20 Uhr, samstags von 11.30 bis 16 Uhr. Der Mittwoch ist für die zukünftigen Workshops reserviert. Telefonnummer: 0163 2576848, Internet: www.facebook.com/MingeshManufaktur

Quelle: RP
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