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Mensch Gladbach
Von Stars in der Stadt und der Stadt als Star

Meinung | Mönchengladbach. Wer übernachtet schon in Düsseldorf, wenn es den Blick auf den Bunten Garten gibt? Hier kann man mit Tempo 30 durch die Stadt tuckeln, saubere Luft atmen und mitten in der City auf Cross-Pisten fahren. Glauben Sie nicht? Schalten Sie das ZDF ein! Von Denisa Richters

Mönchengladbach hat es geschafft. Wir spielen nicht nur fußballerisch in der Liga der Großen. Denn hinter uns liegt eine Erfolgswoche. Da kann doch so ein Dauerregen die Stimmung nicht trüben. Echt nicht.

Ein Star hat nämlich in unserer Stadt übernachtet. Nicht im Steigenberger oder Breidenbacher Hof in Düsseldorf, nein, im Mönchengladbacher Dorint-Hotel sind Nena und ihre Band abgestiegen. In direkter Nachbarschaft zum unschlagbar schönen Bunten Garten. Das zeugt von Stil und spricht sich bestimmt bald in der Szene rum. Nächstes Mal rechnen wir also fest mit den Stones und Depeche Mode.

Erfreulich auch das Ergebnis einer Umfrage unter Fußballfans: Mönchengladbach landet auf Platz 4, sechs Ränge vor Düsseldorf! Bei dem Ranking sollten Fans bewerten, ob sie ihr Stadion für die Austragung von Spielen bei einer Europameisterschaft 2024 in Deutschland für geeignet halten. Mit Platz 4 wäre Mönchengladbach sicher dabei. Trost für die Landeshauptstadt: Der zehnte reicht noch für die EM-Austragung!

Und dann der Mittwoch! Mönchengladbach hatte einen großen Auftritt in den Abendnachrichten des ZDF: Bilder von der Aachener Straße in Starschnittqualität! Vor dem Hintergrund des Diesel-Skandals und Luftverschmutzung in Städten durfte Gregor Bonin, Gladbacher Beigeordneter für Planung, Verkehr und Umwelt, das weitflächige Tempolimit von 30 und 40 Kilometern pro Stunde in unserer Stadt preisen.

Damit habe man die kritischen Werte senken können, außerdem reduziere man das schadstoffreiche Bremsen und Anfahren mit einer Grünen Welle (ähm, wo ist die gleich noch mal in MG?). Pikant: Gegenübergestellt wurde Bonin sein früherer Chef, Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel. Die beiden verbindet nicht gerade tiefe Freundschaft. So passte es gut, dass sie im Beitrag unterschiedliche Ansätze beim Autoverkehr präsentierten. Düsseldorf stoppt teils bewusst die Grüne Welle, um es den Autofahrern unbequemer zu machen und sie zum Umstieg aufs Rad zu bewegen.

Das kann Bonin den Mönchengladbachern aktuell gar nicht empfehlen. Denn bei manchen Wegen kann man froh sein, sie als Radler überhaupt verletzungsfrei zu bewältigen. Beispiel: der Radweg an der Hohenzollernstraße. Der ist von Baumwurzeln so unterwandert, dass er als Crossbike-Piste ausgewiesen werden müsste. Ist er aber nicht. Es besteht - das gebieten die blauen Radwegeschilder - sogar die Pflicht, ihn mit dem Rad zu benutzen. Im Schadensfall haftet übrigens die Stadttochter Mags, der das Rathaus die Verantwortung für diese Misere übertragen hat.

Da kann man doch froh sein, dass Mönchengladbach eine so tolle Hochschule hat. Dort forschen nämlich Professorinnen an intelligenten Textilien. Diese Stoffe sind so klug, dass sie fast alles können: Sie leuchten, messen die Herzfrequenz, halten Messerstiche ab. Da ist der Rundumschutz fürs Radfahren in Mönchengladbach geradezu greifbar. Verteilt werden diese Ganzkörperschutzhüllen dann vom Verkehrsdezernat der Stadt. Ist schließlich weit günstiger als das Bauen neuer Radwege. Als nächste Stufe kommt die individuelle textile Lesekabine, um nicht die Stadtbibliothek ausbauen zu müssen. Oder ein Wohnkokon als Schutz gegen steigende Mieten.

Der dauerhafte Auftritt Mönchengladbachs in den Abendnachrichten wäre somit sicher.

Quelle: RP
 
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