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Serie Was Macht Eigentlich?
Von Thailand auf ewig fasziniert

Zuerst machte er dort nur Urlaub. Doch dann ist sie für Dieter Pauly zur neuen, zweiten Heimat geworden: Ko Samui, die Urlaubsinsel im Golf von Thailand. "Sie ist ein Traum: die Landschaft, das Klima mit immer 30 Grad und mehr, der Ozean, der selten unter 27 Grad fällt, die Menschen, die Lebensweise", sagt Pauly. Dass Ko Samui, in den 1970er Jahren von Aussteigern oder Hippies entdeckt, inzwischen 1,2 Millionen Touristen pro Jahr anlockt - ihn stört das nicht. "Ich wohne in einem gemieteten, wunderschönen Haus, 300, 400 Meter vom Meer entfernt, weitab von jedem Trubel", sagt er. Dass er dort keinen großen Freundeskreis hat wie in Mönchengladbach - kein Problem.

Da ist Patty, seine Lebensgefährtin, eine Thai, 47 Jahre alt. Die beiden verstehen sich. Sie war es, die ihm vor zwei Jahren das Leben gerettet hat. Sie fand ihn fast bewusstlos auf der Toilette: ein Hitzschlag, hervorgerufen durch starken Wassermangel - zuwenig getrunken bei hohen Temperaturen. Eineinhalb Tage lag er bewusstlos im Krankenhaus. "Als ich wach wurde, konnte ich mich nicht bewegen. Drei Rückenwirbel waren gebrochen und die Schulter." Wodurch, ist bis heute unklar. Die Ärzte, die Polizei: Keiner hatte eine Antwort. Auch im hochmodernen Klinikum von Bangkok ("Es gibt dort wirklich hervorragende Fachärzte", sagt Pauly) war man ratlos.

Er ließ sich nach Deutschland fliegen, wurde im Gladbacher Krankenhaus Maria Hilf erfolgreich operiert - und bekam ein halbes Jahr später doch wieder große Probleme im Rücken. Wieder zurück nach Gladbach, stabilisierende Metallimplantate wurden eingesetzt. Es wurde besser, wieder Samui - doch nach einem halben Jahr kamen die Schmerzen erneut zurück und die Implantate wieder raus. "Danach wurde es besser. Ich kann mittlerweile, nach zwei richtig schwierigen Jahren, in denen noch eine Blasen-Operation mit fünfwöchigen Aufenthalt im Krankenhaus hinzukam, fast schmerzfrei gehen, fünf, sechs Kilometer weit", freut sich Pauly. "Ich muss Dr. Rödig und Professor Sperling wirklich sehr danken."

Daran, sein Leben in Thailand aufzugeben und ganz nach Mönchengladbach zurückzukehren denkt er noch nicht: "Bevor ich zum ersten Mal hinkam, hatte ich viel Negatives über Asien gehört. Und als ich dort abflog, hörte ich, wie einer meiner Gastgeber sagte: ,Der kommt nicht wieder. Das ist ihm hier zu einfach'. Doch ich bin wiedergekommen, zuerst 2002 zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan, vier Wochen lang, konnte dort alle WM-Spiele im Fernsehen verfolgen. Und ich habe das wunderschöne Haus abseits des Trubels gefunden und seither gemietet. Zehn Jahre bin ich zum Urlaub hingeflogen. Inzwischen verbringe ich dort mehrere Monate im Jahr, vermisse nichts. Ich kann die Bundesliga komplett verfolgen, lese bei RP online immer aktuell, was sich in Mönchengladbach tut. Denn mein Zuhause ist Wickrath."

(oes)
 
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