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Mönchengladbach
Vorstoß für Bau der "Rheydter Kurve"

Mönchengladbach. Die IHK Aachen und Heinsberger Politiker wollen Güterzüge über Gladbach leiten. Das lehnt die Politik hier aber ab. Von Andreas Gruhn und Andreas Speen

Von den Seehäfen rollt eine Güterverkehrswelle heran, und die Industrie- und Handelskammer Aachen hat eine Idee, woher sie die Güterströme statt über die überlastete Bahnlinie Aachen-Köln leiten würde: nämlich über Mönchengladbach. Auf der Bahnlinie von Aachen nach Mönchengladbach seien laut IHK Aachen, die die Pläne in dieser Woche in Heinsberg vorstellte, noch Kapazitäten vorhanden. Allerdings bräuchte es dafür einen Lückenschluss der Bahnlinie zwischen Herrath und Jüchen entlang der Autobahn 46 auf Mönchengladbacher Stadtgebiet. Dieses Projekt läuft im aktuell in der Diskussion befindlichen Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes unter dem Titel "Rheydter Kurve" allerdings nur unter "potenzieller Bedarf", was so viel bedeutet wie: Wird es auf absehbare Zeit nicht geben.

Die IHK Aachen und Norbert Spinrath, SPD-Bundestagsabgeordneter aus dem Kreis Heinsberg, wollen das ändern und die "Rheydter Kurve" höher priorisiert wissen, nämlich als "vordringlicher Bedarf". "Wir können das Vorhaben unterstützen, wenn gewisse Zugeständnisse gemacht werden", sagte Spinrath nach einem Treffen mit Vertretern aus Geilenkirchen, Hückelhoven und des Kreises Heinsberg. Das bedeute vor allem Lärmschutz und Tunnel-Unterführungen für kreuzende Straßen. Insgesamt würde das 100 Millionen Euro kosten. Spinrath will das im Bundesverkehrsausschuss nun vorschlagen.

In Mönchengladbach hagelt es für diese Ideen nicht gerade Applaus. "Ich kann dies nicht unterstützen. Das Ganze ist eine Idee vor allem aus dem Aachener Raum, die ausschließlich dazu dient, für den Güterverkehr von Aachen nach Köln eine zweite Route zu eröffnen", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Krings. "Eine Führung des Güterverkehrs über unser Stadtgebiet steht aber in direktem Konflikt mit dem dringend gebotenen Ausbau der S-Bahnverbindung über Wickrath bis Erkelenz. Denn die Bahnstrecke MG-Aachen ist ebenfalls am Rande ihrer Kapazität." Krings und die Mönchengladbacher SPD-Abgeordnete Gülistan Yüksel machen sich zwar für einen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen dem Rheydter Bahnhof und Odenkirchen stark. Aber die "Rheydter Kurve" wird von nahezu allen Seiten in Mönchengladbach klar abgelehnt.

Krings betonte, er halte den Vorstoß für wenig seriös, da es bislang keine Untersuchungen zu einer genauen Trassenführung einer solchen Kurve gebe. Statt die Güterverkehrsprobleme über einen großen Umweg im Norden zu lösen, müsste zwischen Aachen und Köln ein durchgängiges drittes Gleis gebaut werden. Für eine "Rheydter Kurve" stellt Krings überdies eine Bedingung: "Wenn wir das Thema in Zukunft aufgreifen wollen, dann nur in Verbindung mit einem dritten Gleis von Aachen bis Mönchengladbach, da nur so Engpässe für den Personenverkehr vermieden würden und auch ein Anspruch der Anwohner auf Lärmschutz entsteht."

Quelle: RP
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