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Analyse
Vorteil für CDU im Norden, Kopf-an-Kopf mit SPD im Süden

Mönchengladbach. In Mönchengladbach wird es bei der morgigen Landtagswahl spannend. Im südlichen Wahlkreis liegen die Kandidaten von CDU und SPD in Prognosen fast gleichauf. Am Ende können wenige Stimmen alles entscheiden. Das zeigt: Jeder einzelne Wähler hat Einfluss. Dennoch könnten beide Bewerber in den Landtag einziehen. Von Denisa Richters

Den Wahlen in den vergangenen Jahren war eines gemeinsam: Über den Ergebnissen, wie auch immer sie ausfielen, schwebte der Geist einer breiten Masse, manchmal sogar einer Mehrheit - der Nichtwähler. In Mönchengladbach hatten 46,7 Prozent der Wahlberechtigten bei der letzten Landtagswahl 2012 entschieden, ihre Stimme gar nicht abzugeben. Bei der Kommunalwahl zwei Jahre später lag der Anteil der Nichtwähler sogar bei 57,3 Prozent. Ein trauriger Rekord. Und ein Verkennen des eigenen Einflusses. Denn tausende Stimmen mehr oder weniger können zu einem ganz anderen Ergebnis führen. Und manchmal reichen dafür sogar nur wenige Stimmen.

Das kann auch diesmal wieder so sein. Denn im südlichen Wahlkreis 49, der Giesenkirchen, Odenkirchen, Rheydt, Volksgarten und Wickrath umfasst, sieht es - will man den Prognosen glauben - ganz nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen der Kandidaten von SPD und CDU aus. Da ist zum einen der Sozialdemokrat Hans-Willi Körfges (62). Der Rechtsanwalt hat reichlich Landtagserfahrung vorzuweisen und sitzt als Vize-Chef seiner Landtagsfraktion auch an den politischen Hebeln. Sein Herausforderer als Direktkandidat ist der Geschäftsführer Frank Boss (56) von der CDU. Der Ratsherr tritt zum ersten Mal bei der Landtagswahl an, hat bei Wahlen zum Stadtrat schon Höhen und Tiefen erlebt, ist aber im Wahlkreis gut vernetzt. Körfges kann Bekanntheit und politisches Schwergewicht in die Waagschale werfen, Boss könnte von dem landesweiten Stimmungsaufschwung der CDU profitieren. Das Prognose-Portal election.de sieht für Boss einen leichten Vorsprung. Der kann hauchdünn sein - oder ebenso knapp an Körfges gehen. Anders als Boss hat der SPD-Mann aber einen guten Platz auf der Landesliste: Er steht auf Rang vier der Reserve. Dass aber auch der unsicher sein kann, hat die Landtagswahl 2012 bewiesen. Damals hatte die SPD landesweit so viele Wahlkreise direkt gewonnen, dass die Liste am Ende gar nicht zog. Das ist diesmal nicht zu erwarten, deshalb könnte es sein, dass Boss und Körfges in den Landtag einziehen. Sie werden in diesem Wahlkreis die einzigen sein, denn die Kandidaten von Grünen (Lena Zingsheim), FDP (Daniel Winkens), Linkspartei (Torben Schultz) und AfD (Stephan Habrich) sind nicht über gute Plätze auf den Landeslisten abgesichert, werben vor allem um Zweitstimmen für ihre Parteien.

Im nördlichen Wahlkreis ist die Lage weitaus klarer: Mit den traditionellen CDU-Hochburgen Rheindahlen, Windberg und Neuwerk gilt ein Direktsieg des Christdemokraten, der frühere Radiojournalist Jochen Klenner (38), als sicher. Er hat deshalb gleich ganz auf einen Listenplatz verzichtet. Die Sozialpädagogin Angela Tillmann (60), die für die SPD im Landtag sitzt, hat zwar einen Platz auf der Landesliste, der hat aber die Ziffer 61 und ist damit aussichtslos. Außer Klenner hat ein weiterer Kandidat Chancen auf den Einzug ins Parlament: Andreas Terhaag (48), der bereits für die FDP im Landtag sitzt, kann sich das Mandat mit Platz 17 auf der Landesliste erneut sichern, falls die Liberalen mehr als sieben Prozent holen. Und das ist mehr als wahrscheinlich. Boris Wolkowski (Grüne), Rohat Yildirim (Linke) und Viola Walendy (AfD) sind hingegen nicht auf Listen abgesichert. Auch sie werben um Stimmen für ihre Parteien.

Und jede einzelne wird zählen. Deshalb: Wählen gehen!

Quelle: RP
 
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