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Mönchengladbach
VRR bewertet Hauptbahnhof neu mit Note "mangelhaft"

Mönchengladbach. Verkehrsverbund setzt sich für schnelle Sanierung ein. Von Laura Harlos

Immer wieder wollte der Zeigefinger über das Papier fahren und prüfen, ob er sich nicht in der Zeile geirrt hatte. Aber da stand es, Schwarz auf Weiß. Ausgerechnet den Mönchengladbacher Hauptbahnhof hatte der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) in seinem Stationsbericht 2017 mit Bestnoten bewertet. "Keine Verbesserungen notwendig" lautete das Ergebnis der Prüfung. Doch nach einer erneuten Bewertung für das erste Quartal 2018 korrigiert der VRR die Note: Der Bahnhof ist nun "mangelhaft".

Das teilte der Verkehrsverbund Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners in einem Brief mit. Der OB, der aktuell sogar den Vorsitz im VRR-Verwaltungsrat besetzt, hatte Mitte Februar mit Unverständnis auf die gute Note im Stationsbericht reagiert und ein Schreiben inklusive Fotos des Bahnhofs an den VRR geschickt. "Wie müssen dann erst andere Bahnhöfe aussehen?", fragte Reiners. Der VRR begründet seine Bewertung nun wie folgt: "Im Stationsbericht 2017 wurden Aspekte wie Sauberkeit, Funktion und Graffiti im Zugang und auf den Bahnsteigen nach festgelegten Kriterien bewertet, nicht aber bauliche Mängel, die über Modernisierungsprogramme zu beheben sind."

In den jüngsten Prüfungen von Bahnhöfen scheint der Zustand der Gebäude nun eine Rolle zu spielen. Laut dem CDU-Ratsherrn Friedhelm Stevens, der Mitglied im Verwaltungsrat des Verkehrsverbunds ist, hat VRR-Vorstandschef Martin Husmann angekündigt, den Stationsbericht 2019 um den Aspekt Bahnhofsgebäude zu erweitern. "Beim bisherigen Bewertungssystem blieb der Zustand der Gebäude weitestgehend außer Betracht", sagt Stevens. "Es ist daher gut, wenn nun auch dieser Aspekt berücksichtigt wird."

Im Brief an OB Reiners geht der Vorstand des Verkehrsverbundes sogar noch einen Schritt weiter. "Bei den vorhandenen baulichen Mängeln und dem Stillstand der Maßnahmen wird sich der VRR gegenüber der DB Station&Service AG dafür einsetzen, dass die Maßnahmen zum Abschluss kommen", heißt es. Seit der OB sich vor wenigen Wochen in einem Brandbrief an die Deutsche Bahn über den unzumutbaren Zustand des Hauptbahnhofs beschwert hatte, hat sich auch schon etwas getan: Zum einen meldete sich Werner J. Lübberink, der Konzernbevollmächtigen für NRW der Deutschen Bahn AG, und bat den OB um ein Treffen. Und zum anderen haben die Arbeiten in der baufälligen Eingangshalle des Bahnhofs begonnen. Oder anders gesagt: Zumindest hat die beauftragte Baufirma ein großes Baugerüst aufgebaut. Laut Planung der Bahn sollen Maler- und Elektroarbeiten Anfang April starten.

Quelle: RP
 
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